Rasenpflege im Frühjahr: Was im März, April und Mai zu tun ist
Video abspielenDie Rasenpflege im Frühjahr folgt einer festen Reihenfolge: Sobald das Gras wieder wächst, wird zum ersten Mal gemäht und ein bis zwei Tage später gedüngt. Frühestens 10–14 Tage danach wird bei Bedarf vertikutiert, im April und Mai nachgesät. Die Monate März bis Mai sind die arbeitsreichste Zeit für den Rasen – was du jetzt richtig machst, trägt ihn durch das ganze Jahr.
Rasenpflege im März: zum ersten Mal mähen, dann düngen
Je nach Witterung endet im März die Ruhephase der Gräser. Vorher lohnt ein Kontrollgang über die Fläche; welche Schäden der Winter hinterlässt und was du dagegen tust, steht unter Rasenpflege nach dem Winter.
Woran erkennst du, dass es losgeht? Die erste Düngung fällt in die Zeit von Mitte März bis Ende April – sobald der Rasen sichtbar wächst und der Boden etwa 8–10 °C hat. Einen guten Anhaltspunkt gibt die Forsythie: Blüht sie, hat auch der Rasen sein Wachstum wieder aufgenommen.
Dann gilt: erst mähen, dann düngen. Mit dem ersten Schnitt nimmst du nur die Spitzen ab, nie mehr als ein Drittel der Halmlänge. Verzichte dabei auf das Mulchen und befreie die Fläche gründlich von Laub und Schnittgutresten. Alles zu Schnitthöhe und erstem Schnitt steht unter Rasen mähen.
Ein bis zwei Tage später folgt die erste Düngung. Empfehlenswert ist ein Dünger mit Langzeitwirkung, der Stickstoff, Phosphor, Kalium und Magnesium liefert. Welche Produkte wir dafür getestet haben und worauf es ankommt, steht auf der Seite Rasendünger im Frühjahr. Zwei Beispiele aus unseren Tests sind der Beckmann Premium Rasendünger mit Sofortwirkung und der Compo Rasendünger mit Langzeitwirkung. Die Menge für deine Fläche liefert der Rasendünger-Rechner, die weiteren Termine des Jahres der Düngeplan.
Und eisenhaltiger Dünger gegen Moos?
Eisenhaltige Dünger werden im Frühjahr häufig gegen Moos eingesetzt – in der Wachstumszeit, also ab März. Sie lassen vorhandenes Moos absterben, ändern aber nichts an den Ursachen wie Schatten, Nässe, Verdichtung oder Nährstoffmangel. Außerdem gilt für Eisen-II-Sulfat: Es reizt Haut und Augen, ist verschluckt gesundheitsschädlich und für Haustiere giftig und hinterlässt Rostflecken auf Stein. Mehr dazu unter Moos im Rasen, Rasendünger mit Moosvernichter und Wann Eisendünger streuen?.
Rasenpflege im April: vertikutieren, wenn es nötig ist
Nach einem langen, harten Winter beginnt das Wachstum mitunter erst im April. Dann verschieben sich der erste Schnitt und die erste Düngung entsprechend.
Frühestens 10–14 Tage nach dem Düngen, wenn der Rasen kräftig wächst, ist der richtige Zeitpunkt zum Vertikutieren. Dabei werden Moos und Rasenfilz gelöst und anschließend abgeharkt; die Narbe bekommt wieder Licht, Luft und Wasser. Nicht jeder Rasen braucht das. Nach einer Neuansaat im Vorjahr hat sich in der Regel noch kein Filz gebildet, und auch ältere Flächen kommen oft ohne aus.
Der Schnelltest: Ziehe eine kleine Metallharke locker durch die Grasnarbe. Bleiben alte Mährückstände oder Moos hängen, solltest du vertikutieren. Gleitet die Harke frei durch die Halme, kannst du es dir sparen.
So gehst du vor:
- unmittelbar vorher ausnahmsweise auf etwa 2 cm mähen
- nur bei trockenem Rasen arbeiten
- die Messer höchstens 2–3 mm tief in die Narbe ritzen lassen
- das gelöste Material gründlich abharken
Auf besonders schweren Böden verbessert anschließend eine dünne Sandschicht die Durchlässigkeit; wie das geht, steht unter Topdressing. Ist der Boden stark verdichtet, hilft zusätzlich das Aerifizieren.
Rasenpflege im Mai: säen und Unkraut eindämmen
April und Mai sind im Frühjahr die beste Zeit für die Rasensaat. Der Boden sollte mindestens etwa 10 °C haben, damit das Saatgut zuverlässig aufgeht – in vielen Gegenden ist das erst im Mai sicher der Fall. Jetzt kannst du neue Rasenflächen anlegen (25–30 g Saatgut je m²) und kahle Stellen nachsäen (15–20 g/m²); steht auf der Packung etwas anderes, gilt die Packung. Achte auf die passende Mischung: Ein Zierrasen besteht aus anderen Gräsern als ein robuster Spielrasen, auf dem Fußball gespielt wird. Eine Übersicht bietet der Rasensamen-Test.
Unkraut im Rasen bekämpfen
Ein dichter, gut versorgter Rasen lässt Unkraut wenig Platz; einzelne Pflanzen wie Löwenzahn stichst du am besten aus. Welche Arten typisch sind und was jeweils hilft, steht unter Unkraut im Rasen, speziell zum Klee unter Klee im Rasen.
Reicht das nicht, gibt es Kombiprodukte aus Rasendünger und Unkrautvernichter, die gegen verbreitete Rasenunkräuter wie Löwenzahn, Gänseblümchen und Klee eingesetzt werden. Gestreut werden sie drei bis vier Tage nach dem Mähen, danach wird etwa eine Woche nicht gemäht. Ob und wann gewässert wird, steht auf der Packung. Das Schnittgut der ersten Schnitte gehört weder ins Tierfutter noch als Mulch auf Beete, und auf frisch gesätem Rasen haben diese Mittel nichts zu suchen.
Dünger mit Unkrautvernichter sind Pflanzenschutzmittel; die Gebrauchsanleitung ist verbindlich. Halte Kinder und Haustiere so lange von der Fläche fern, wie es das Etikett vorschreibt. Unsere Empfehlung: ein bis zwei Wochen beziehungsweise bis nach dem nächsten Schnitt. Im Nutzgarten ist besondere Vorsicht geboten, damit keine Rückstände in die Ernte gelangen.
Rasenpflege im Frühjahr: die Schnellübersicht
| Monat | Was ansteht |
|---|---|
| März | Sobald das Gras wächst (Zeiger: Forsythienblüte, Boden etwa 8–10 °C): erster Schnitt, ein bis zwei Tage später erste Düngung mit Langzeitdünger |
| April | Mähen und Düngen nachholen, falls im März noch nicht möglich; frühestens 10–14 Tage nach dem Düngen bei Bedarf vertikutieren; schwere Böden sanden; erste Nachsaat, wenn der Boden warm genug ist |
| Mai | Nachsäen oder neu ansäen; Unkraut eindämmen; regelmäßig mähen |
Wie es danach weitergeht, steht unter Rasenpflege im Sommer. Die Grundlagen zum Düngen findest du auf der Seite Rasendünger.