Klee im Rasen entfernen: Welcher Rasendünger hilft?
Video abspielenKlee im Rasen ist fast immer ein Zeichen dafür, dass den Gräsern Stickstoff fehlt. Bei wenig Klee reicht deshalb meist ein ganz normaler Rasendünger mit ordentlich Stickstoff, drei- bis viermal im Jahr gestreut: Die Narbe wird dicht und drängt den Klee zurück. Hartnäckige Nester stichst du aus oder vertikutierst sie heraus. Ein Rasendünger mit Unkrautvernichter ist erst bei starkem Befall das letzte Mittel.
Welcher Klee wächst in deinem Rasen?
Was im Rasen als Klee gilt, sind meist drei verschiedene Pflanzen. Die Unterscheidung lohnt sich, weil nicht alles bei allen hilft.
- Weißklee ist der häufigste. Du erkennst ihn an dreiteiligen Blättern, oft mit heller Zeichnung, an weißen, kugeligen Blütenköpfen und an kriechenden Trieben, die immer wieder neu einwurzeln. Ihn bekommst du mit Stickstoff am besten in den Griff.
- Hornklee blüht gelb, die Knospen sind oft rötlich überlaufen. Er hat eine tiefe Wurzel und fühlt sich auf trockenen, mageren Böden wohl.
- Sauerklee ist botanisch gar kein Klee. Im Rasen wächst vor allem der Horn-Sauerklee: klein, mit herzförmigen Blättchen und winzigen gelben Blüten. Seine reifen Samenkapseln schleudern die Samen weit von sich.
Roter Klee im Rasen
Hat der Klee in deinem Rasen rotbraunes Laub, ist es in der Regel der Horn-Sauerklee. Er versorgt sich nicht selbst mit Stickstoff; Düngen allein vertreibt ihn deshalb nicht. Stich ihn früh und vollständig aus, bevor er Samen bildet. Der rosa blühende Rotklee ist dagegen eine Wiesenpflanze. Im regelmäßig gemähten Rasen hält er sich selten.
Warum wächst Klee im Rasen?
Ein dichter, gut versorgter Rasen lässt Klee wenig Platz. Drei Dinge verschaffen ihm einen Vorteil:
- Stickstoffmangel. Fehlt Stickstoff, kümmern die Gräser. Weißklee und Hornklee stört das nicht: An ihren Wurzeln leben Knöllchenbakterien, die Stickstoff aus der Luft binden. Sie versorgen sich also selbst.
- Trockenheit. Klee verträgt Trockenheit besser als Gras. Stellen die Gräser im Sommer das Wachstum ein, breitet er sich aus.
- Zu tiefer Schnitt. Klee mag es hell. Wird der Rasen sehr kurz gemäht, bekommt er mehr Licht und die Gräser werden geschwächt.
Welcher Rasendünger bei Klee der richtige ist
Wenig Klee: normaler Rasendünger, regelmäßig
Ein gewöhnlicher Rasendünger genügt, wenn du ihn konsequent drei- bis viermal im Jahr ausbringst. Praktisch ist ein Langzeitdünger, der die Nährstoffe langsam abgibt. Der Compo Rasendünger mit Langzeitwirkung versorgt den Rasen laut Hersteller bis zu drei Monate.
Erwarte keine Wunder über Nacht: Der Klee verschwindet nicht durch den Dünger, er wird über Wochen und Monate vom dichter werdenden Gras verdrängt. Wie oft gedüngt wird, steht unter Wie oft Rasen düngen?; die Menge für deine Fläche liefert der Rasendünger-Rechner.
Viel Klee: Rasendünger mit Unkrautvernichter
Hat der Klee große Teile der Fläche erobert, kann ein Rasendünger mit Unkrautvernichter helfen. Lies vor dem Kauf die Packung: Nicht jedes Mittel erfasst jede Kleeart, und gerade Sauerklee wird oft nur schwach getroffen. Der Unkrautvernichter plus Rasendünger von Wolf-Garten wirkt laut Hersteller unter anderem gegen Weißklee.
Für die Anwendung gilt:
- drei bis vier Tage nach dem Mähen streuen, danach etwa eine Woche nicht mähen
- das Schnittgut der ersten Schnitte nicht verfüttern und nicht als Mulch verwenden
- nicht auf frisch gesäten Rasen ausbringen
- möglichst nicht während der Kleeblüte anwenden und die Hinweise zum Bienenschutz auf dem Etikett beachten
Diese Dünger sind Pflanzenschutzmittel; die Gebrauchsanleitung ist verbindlich. Das gilt auch für die Wartezeit für Kinder und Haustiere. Unsere Empfehlung: ein bis zwei Wochen beziehungsweise bis nach dem nächsten Schnitt. Was du sonst beachten musst, steht unter Wie funktioniert Rasendünger mit Unkrautvernichter?
Klee im Rasen entfernen ohne Unkrautvernichter
- Ausstechen. Einzelne Pflanzen und hartnäckige Arten wie Sauerklee oder Hornklee stichst du mit der Wurzel aus.
- Abdecken. Kleine Kleenester kannst du mit einem Stück Folie abdecken. Ohne Licht geht der Klee ein – das Gras darunter allerdings auch. Die kahle Stelle schließt du anschließend mit einer Nachsaat.
- Vertikutieren. Bei vereinzeltem Klee hilft oft schon das Vertikutieren. Die Messer reißen die flachen Ausläufer heraus und entfernen nebenbei Rasenfilz.
Alle drei Wege wirken nur dauerhaft, wenn der Rasen danach genug Nährstoffe bekommt. Sonst ist der Klee schneller zurück als das Gras.
Was nicht gegen Klee hilft
Kalk
Kalk hilft gegen Weißklee nicht. Weißklee, der häufigste Klee im Rasen, kommt mit kalkhaltigem Boden bestens zurecht – ihm würdest du mit Kalk eher einen Gefallen tun. Lediglich Sauerklee gilt als Zeiger für eher saure Böden.
Gekalkt wird deshalb nie auf Verdacht, sondern nur nach einem pH-Test. Einfache Testsets gibt es im Handel, etwa den Neudorff pH-Bodentest. Wann und wie viel Kalk sinnvoll ist, steht unter Rasen kalken.
Tiefer mähen, Essig und Salz
Wer den Klee kurz hält, hilft ihm: Er wächst unter dem Messer durch, während die Gräser leiden. Essig und Salz schädigen das Gras genauso wie den Klee, belasten den Boden und sind als Unkrautvernichter nicht zugelassen.
Klee im Rasen vorbeugen
- Regelmäßig düngen, vor allem mit ausreichend Stickstoff. Ein gut versorgter Rasen bildet eine dichte Narbe, in der Klee keinen Platz findet.
- Bei Trockenheit wässern. Sonst stellen die Gräser das Wachstum ein, während der Klee weiterwächst.
- Regelmäßig, aber nicht zu tief mähen. Häufiges Mähen macht den Rasen dicht. Gebrauchsrasen bleibt dabei 4–5 cm hoch; ein sehr kurzer Schnitt gibt dem lichthungrigen Klee Vorteile.
Klee darf auch bleiben
Klee ist kein Schaden. Er bleibt bei Trockenheit grün, wenn das Gras längst braun ist, bindet Stickstoff und ernährt mit seinen Blüten Bienen und Hummeln. Wer ihn duldet, spart Dünger und Wasser – ob er stört, ist allein eine Frage des Geschmacks. Einen Nachteil hat er: Wo Klee blüht und Kinder barfuß laufen, steigt die Gefahr von Bienenstichen.
Was gegen andere Beikräuter hilft, zeigt die Übersicht Unkraut im Rasen.
Häufige Fragen
Was fehlt dem Rasen, wenn Klee wächst?
In den meisten Fällen Stickstoff. Die Gräser brauchen ihn aus dem Boden, Weißklee holt ihn sich aus der Luft – auf magerem Boden gewinnt deshalb der Klee.
Was tun gegen Klee im Rasen?
Stickstoffbetont düngen, nicht zu tief mähen, bei Trockenheit wässern. Nester ausstechen oder vertikutieren und die Lücken nachsäen.
Wie schnell verschwindet Klee nach dem Düngen?
Nicht sofort. Der Dünger tötet den Klee nicht, er stärkt die Gräser. Bis sie ihn sichtbar zurückdrängen, vergehen Wochen bis Monate – bei regelmäßiger Düngung meist eine Saison.
Hilft Vertikutieren gegen Klee im Rasen?
Bei Weißklee ja: Die Messer reißen seine flachen Triebe heraus. Gegen Hornklee mit seiner tiefen Wurzel hilft nur das Ausstechen. Danach immer nachsäen und düngen.
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