Unkraut im Rasen: bestimmen, entfernen und vorbeugen
Video abspielenUnkraut im Rasen wirst du auf Dauer nur los, wenn du zwei Dinge verbindest: die Pflanzen entfernen und die Lücken schließen, in denen sie gekeimt sind. Einzelne Unkräuter stichst du aus, kriechende Arten harkst oder vertikutierst du heraus. Ein Rasendünger mit Unkrautvernichter lohnt erst bei flächigem Befall – und er wirkt nicht gegen alles.
Unkraut im Rasen bestimmen: die häufigsten Arten
Im Rasen überlebt nur, was den regelmäßigen Schnitt verträgt: Pflanzen mit flacher Blattrosette und Arten, die dicht am Boden kriechen. Die Tabelle hilft bei der Einordnung.
| Name | Woran du es erkennst | Was hilft |
|---|---|---|
| Löwenzahn | Rosette aus gezähnten Blättern, gelbe Blüten, lange Pfahlwurzel | tief ausstechen, Loch nachsäen |
| Gänseblümchen | kleine Rosette aus spatelförmigen Blättern, weiße Blüten mit gelber Mitte | ausstechen, höher mähen, düngen |
| Weißklee | dreiteilige Blätter, oft mit heller Zeichnung, weiße Blütenköpfe, kriechende Triebe | stickstoffbetont düngen, vertikutieren |
| Hornklee | gelbe Schmetterlingsblüten, oft rötlich überlaufen; tiefe Wurzel | ausstechen, düngen |
| Horn-Sauerklee | kleine, herzförmige Teilblättchen, häufig rotbraun; winzige gelbe Blüten | früh und vollständig ausstechen, bevor er Samen bildet |
| Breit- und Spitzwegerich | Rosette mit deutlich längs verlaufenden Blattnerven; breit-oval oder schmal | ausstechen; Breitwegerich zeigt verdichteten Boden an – belüften |
| Gundermann | lange, kriechende Triebe, rundliche, gekerbte Blätter, blauviolette Blüten | Triebe herausharken oder vertikutieren, mehr Licht schaffen |
| Kriechender Hahnenfuß | dreiteilige, gelappte Blätter, glänzend gelbe Blüten, Ausläufer | ausstechen, Boden belüften und entwässern |
| Ehrenpreis | fadendünne Triebe, kleine rundliche Blätter, hellblaue Blüten; bildet Teppiche | vertikutieren, Reste aufsammeln, nachsäen |
| Schafgarbe | fein gefiederte, weiche Blätter; unterirdische Ausläufer | ausstechen, düngen, bei Trockenheit wässern |
| Kriechender Günsel | glänzende, oft rötlich überlaufene Rosetten, blaue Blütenkerzen, Ausläufer | ausstechen, höher mähen |
| Hirse (Ungras) | breite, hellgrüne Halme in flachen Horsten; erscheint erst im Sommer | vor der Samenreife ausstechen, Narbe dicht halten |
| Einjährige Rispe (Ungras) | hellgrüne Büschel, blüht auch kurz gemäht mit weißlichen Rispen | nicht zu tief mähen, Lücken nachsäen |
Bei Hirse und Einjähriger Rispe gilt eine wichtige Einschränkung: Rasen-Unkrautvernichter wirken gegen Gräser nicht. Sie treffen nur zweikeimblättrige Pflanzen – ein Ungras ist für sie dasselbe wie dein Rasen.
Kriechendes Unkraut im Rasen
Weißklee, Gundermann, Kriechender Hahnenfuß, Ehrenpreis und Günsel breiten sich über Triebe aus, die an den Knoten neue Wurzeln schlagen. Mit dem Unkrautstecher kommst du hier nicht weit. Besser: die Triebe mit der Harke anheben und herausziehen oder die Fläche vertikutieren. Sammle die Reste gründlich auf – aus liegen gebliebenen Triebstücken können neue Pflanzen wachsen.
Was ist das schlimmste Unkraut im Rasen?
Am hartnäckigsten sind die Arten, bei denen keine einzelne Methode sicher greift: der Faden-Ehrenpreis und der Gundermann, weil sie aus kleinsten Triebstücken neu austreiben; der Horn-Sauerklee, weil er seine Samen meterweit schleudert; die Hirse, weil kein Rasen-Unkrautvernichter sie erfasst. Bei ihnen zählt vor allem, früh einzugreifen, solange es nur wenige Pflanzen sind.
Warum wächst Unkraut im Rasen?
Unkrautsamen landen auf jedem Rasen. Ob sie keimen, hängt davon ab, ob sie Licht und offenen Boden finden. Drei Pflegefehler machen es ihnen leicht:
- Lücken in der Narbe. Kahle Stellen durch Trockenheit, Hundeurin, Spielgeräte oder herausgeharktes Moos sind fertige Keimbetten.
- Nährstoffmangel. Hungernde Gräser wachsen dünn. Viele Unkräuter kommen mit mageren Böden besser zurecht – Klee versorgt sich sogar selbst mit Stickstoff.
- Zu tiefer Schnitt. Wer sehr kurz mäht, schwächt die Gräser und lässt Licht an den Boden. Rosettenpflanzen wie Gänseblümchen und Wegerich ducken sich einfach unter dem Messer weg.
Dazu kommen Standortprobleme: Verdichteter, nasser Boden fördert Hahnenfuß und Breitwegerich, Schatten den Gundermann.
Unkraut im Rasen ohne Chemie entfernen
Ausstechen ist bei Rosetten- und Wurzelunkräutern die wirksamste Methode. Nimm einen Unkrautstecher, arbeite bei feuchtem Boden und hole die Wurzel möglichst vollständig heraus. Wie tief du beim Löwenzahn gehen musst, steht unter Löwenzahn im Rasen bekämpfen.
Vertikutieren hilft gegen kriechende Arten. Die Messer ritzen die Narbe 2–3 mm tief an und reißen die Ausläufer heraus. Richtig ist das im Frühjahr, wenn der Rasen kräftig wächst, oder im September.
Vor der Samenreife mähen verhindert, dass sich einjährige Arten und Ungräser weiter aussäen. Fang das Schnittgut in dieser Zeit auf.
Sofort nachsäen gehört zu jeder dieser Arbeiten. Fülle Löcher mit Erde, streue 15–20 g Saatgut pro m² und halte die Stelle feucht. Geeignete Mischungen findest du unter Nachsaat.
Essig, Salz und ähnliche Hausmittel haben im Rasen nichts verloren. Sie schädigen das Gras ebenso wie das Unkraut, belasten den Boden und sind als Unkrautvernichter nicht zugelassen.
Unkraut im Rasen vernichten: Dünger mit Unkrautvernichter
Ein Rasendünger mit Unkrautvernichter verbindet eine Düngung mit einem selektiven Wirkstoff. Die Unkräuter nehmen ihn auf, wachsen sich zu Tode und sterben innerhalb einiger Wochen ab. Die Gräser bleiben stehen. Das funktioniert nur bei Unkraut, das schon da ist und gerade wächst – eine vorbeugende Wirkung gibt es nicht.
So wendest du ihn an:
- Drei bis vier Tage nach dem Mähen streuen. Dann haben die Unkräuter genug Blattfläche.
- Danach etwa eine Woche nicht mähen.
- Wässern nach Packung. Ob und wann gewässert wird, ist je nach Produkt verschieden.
- Schnittgut der ersten Schnitte nicht verfüttern und nicht als Mulch verwenden.
- Nicht auf frisch gesäten Rasen ausbringen.
- Abstand zu Beeten halten. Der Wirkstoff schädigt auch Stauden, Gemüse und Gehölze.
Dünger mit Unkrautvernichter sind Pflanzenschutzmittel; die Gebrauchsanleitung ist verbindlich. Das gilt auch für die Frage, wann Kinder und Haustiere wieder auf die Fläche dürfen. Unsere Empfehlung: ein bis zwei Wochen warten beziehungsweise bis nach dem nächsten Schnitt. Mehr dazu unter Wie lange ist Rasendünger giftig?
Lies vor dem Kauf nach, gegen welche Arten das Mittel wirkt. Löwenzahn, Gänseblümchen, Wegerich und Weißklee werden meist gut erfasst, Ehrenpreis, Gundermann und Sauerklee oft nur schwach. Gegen Moos und gegen Ungräser wirken diese Mittel nicht.
Im eigenen Garten ausgebracht haben wir den WOLF-Garten 2-in-1 Unkrautvernichter plus Rasendünger. Worauf es bei dieser Produktgruppe ankommt, zeigt die Vergleichsseite Rasendünger mit Unkrautvernichter; die Wirkweise erklärt der Beitrag Wie funktioniert Rasendünger mit Unkrautvernichter?
Auch nach einer erfolgreichen Behandlung bleiben Lücken. Säst du sie nicht nach, keimt dort das nächste Unkraut.
Unkraut im Rasen vorbeugen
- Regelmäßig düngen – drei Düngungen im Jahr sind der Normalfall. Die Menge für deine Fläche liefert der Rasendünger-Rechner.
- Nicht zu tief mähen. Gebrauchsrasen bleibt 4–5 cm hoch, im Schatten 5 cm und mehr. Mehr unter Rasenmähen.
- Durchdringend wässern, ein- bis zweimal pro Woche, statt täglich ein wenig.
- Lücken zügig nachsäen, am besten im April und Mai oder von Ende August bis September.
- Verdichteten Boden belüften. Wie das geht, steht unter Aerifizieren.
Ein Rasen ganz ohne Beikraut ist ein Ziel für den Golfplatz. Im Hausgarten darfst du gelassen sein: Ein paar Gänseblümchen schaden den Gräsern nicht und sind für Insekten ein Gewinn.
Häufige Fragen
Was fehlt dem Rasen, wenn viel Unkraut wächst?
Meist eine dichte Grasnarbe – und dahinter oft Stickstoff. Klee ist ein typischer Zeiger für Stickstoffmangel, Breitwegerich und Hahnenfuß für verdichteten Boden. Was bei Klee hilft, steht unter Klee im Rasen.
Wann ist die beste Zeit für Unkrautvernichter im Rasen?
In der Wachstumszeit bei milder Witterung, typischerweise im späten Frühjahr und im Spätsommer. Bei Hitze, Trockenheit oder Kälte wachsen die Unkräuter kaum und nehmen den Wirkstoff schlecht auf. Maßgeblich sind die Angaben auf der Packung.
Hilft Vertikutieren gegen Unkraut im Rasen?
Gegen kriechende Arten wie Weißklee, Gundermann und Ehrenpreis ja, gegen Löwenzahn und Wegerich nicht – deren Wurzeln bleiben im Boden. Ohne Nachsaat und Düngung öffnet das Vertikutieren sogar neue Lücken.
Hilft Rasendünger gegen Unkraut?
Ein normaler Dünger tötet kein Unkraut. Er stärkt aber die Gräser, die Narbe wird dichter, und neues Unkraut findet weniger Platz. Auf lange Sicht ist das die wirksamste Maßnahme.
Wie bekomme ich Hirse aus dem Rasen?
Nur von Hand: Stich die Horste aus, bevor sie Samen bilden, und säe die Stellen nach. Hirse ist einjährig und stirbt mit dem ersten Frost ab – ihre Samen überdauern aber im Boden. Eine dichte Narbe lässt sie im nächsten Sommer schlechter keimen.
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