Rasensamen im Test: Welche Mischung passt zu deinem Rasen?
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Video abspielenWelche Rasensamen die richtigen sind, entscheidet nicht die Marke, sondern die Mischung: Sie muss zur Nutzung (Zier-, Spiel- oder Sportrasen) und zum Standort (Sonne, Schatten, trocken, feucht) passen. In unserem Rasensamen-Test haben wir vier Mischungen auf einer neu angelegten Fläche nebeneinander gesät und fast zwei Jahre beobachtet: Am besten hat sich der WOLF-Garten Sport- und Spielrasen entwickelt – der Sieger der ersten vier Wochen dagegen am schlechtesten. Dazu kommen unsere Erfahrungen mit einer Nachsaat für kahle Stellen und einem Zierrasen sowie zwei Mischungen, die wir vorstellen.
Rasensamen im Test: unsere Empfehlungen
- Neue Rasenfläche: Im Vergleich von vier Mischungen ist der Sport- und Spielrasen von WOLF-Garten nach fast zwei Jahren unser Favorit – dichte Fläche, und in der Trockenzeit hat er am wenigsten gelitten.
- Kahle Stellen ausbessern: Beim Ausbessern von Lücken hat uns die Turbo-Nachsaat LR 25 von WOLF-Garten überzeugt. Laut Hersteller keimt die Saat 30 % schneller, und es gehen 20 % mehr Samen auf. Als Saat für eine ganze neue Fläche schnitt sie im Vergleich schwächer ab.
- Stark genutzter Familienrasen: Der Sport- und Spielrasen von Classic Green ist für Flächen gedacht, auf denen gespielt und getobt wird. Er ist ein anderes Produkt als die gleichnamige Mischung von WOLF-Garten und war in unserem Vergleich nicht dabei; wir stellen ihn vor.
- Schwierige Böden: Die Rasensamen GF von Garden Grass sollen laut Hersteller auch auf sehr trockenen, zeitweise nassen oder sandigen Böden wachsen und wenig Pflege brauchen.
- Zierrasen: Die Mischung Berliner Tiergarten von KAS lief bei uns gleichmäßig auf, auch an feuchten und schattigen Stellen.
Vier Rasensamen im Vergleich: der Stand nach vier Wochen und nach zwei Jahren
Für den Vergleich haben wir eine neu angelegte Fläche in vier abgesperrte Teilflächen geteilt und auf jeder eine andere Mischung gesät:
- Veddelholzer – ein dürreresistenter Schattenrasen
- WOLF-Garten Sport- und Spielrasen
- Natureflow Premium
- WOLF-Garten Turbo-Nachsaat
Alle vier wurden mit derselben Streuwagen-Einstellung ausgebracht, angewalzt und in den ersten zwei Wochen etwa dreimal täglich gewässert.
Nach zwei bis vier Wochen: Veddelholzer vorn
Der Veddelholzer lag deutlich vorn und stand am dichtesten; nach vier Wochen war er unser Testsieger. Der Sport- und Spielrasen von WOLF-Garten hatte zunächst größere Lücken, holte dann aber auf. Natureflow Premium war etwas schwächer. Die Turbo-Nachsaat blieb hinter dem zurück, was die Packung verspricht.
Nach fast zwei Jahren: Der frühe Sieger fällt zurück
Im zweiten Jahr haben wir die Fläche nicht mehr gewässert – und das Bild hat sich gedreht:
| Mischung | Nach vier Wochen | Nach fast zwei Jahren |
|---|---|---|
| Veddelholzer | deutlich vorn, am dichtesten | trockene Stellen ab Anfang Sommer, nach Regen nicht ganz erholt; am schlechtesten entwickelt |
| WOLF-Garten Sport- und Spielrasen | anfangs größere Lücken, holt auf | dichte Fläche, in der Trockenzeit am wenigsten gelitten – unser neuer Favorit |
| Natureflow Premium | etwas schwächer | gefiel uns weniger |
| WOLF-Garten Turbo-Nachsaat | hinter dem Versprechen der Packung | nach über drei Wochen ohne Regen stark vertrocknet, nach Regen wieder grün; gefiel uns weniger |
Was wir daraus mitnehmen: Wie schnell und dicht eine Mischung aufläuft, sagt wenig darüber, wie der Rasen nach zwei Sommern dasteht. Wer nach vier Wochen urteilt, kauft womöglich die Mischung, die sich auf Dauer am schlechtesten hält.
Eine Einschränkung gehört dazu: Die vier Teilflächen lagen nicht völlig gleich, vor allem bekamen sie unterschiedlich viel Sonne. Der Vergleich ist deshalb nicht hundertprozentig fair, und er gilt für unseren Boden und unseren Standort.
Welcher Rasentyp passt zu deinem Garten?
Überlege zuerst, was der Rasen aushalten muss:
- Zierrasen ist fein, dicht und sehr gleichmäßig. Er wird kaum betreten und braucht viel Pflege.
- Gebrauchs- und Spielrasen ist der Rasen für den normalen Hausgarten: belastbar genug für Kinder, Hund und Gartenmöbel.
- Sportrasen verträgt Dauerbelastung und regeneriert sich schnell. Dafür wächst er zügig und will oft gemäht und gut gedüngt werden. Mehr dazu unter Sportrasensamen.
- Schattenrasen enthält Gräser, die mit wenig Licht besser zurechtkommen. Siehe Schattensaat.
Für eine Neuanlage kommt auch Rollrasen infrage. Er ist sofort grün, bei großen Flächen aber teuer – und zum Ausbessern einzelner Stellen ungeeignet.
Welche Gräser stecken in Rasensamen?
Rasen ist keine eigene Pflanzenart, sondern immer eine Mischung aus wenigen Grasarten, meist in mehreren Sorten. Vier Gattungen sind wichtig:
| Gras | Eigenschaften | Typisch für |
|---|---|---|
| Deutsches Weidelgras (Lolium perenne) | keimt und wächst schnell, sehr trittfest, braucht Licht, muss oft gemäht werden | Sport-, Spiel- und Gebrauchsrasen, Nachsaat |
| Rispengras (Poa) | robust und trittfest, bildet Ausläufer und schließt Lücken, keimt langsam; einzelne Arten vertragen Halbschatten | Sport- und Spielrasen, Schattenrasen |
| Schwingel (Festuca) | feine Halme, dichte Narbe, weniger strapazierfähig | Zierrasen, Gebrauchsrasen |
| Straußgras (Agrostis) | sehr fein, kommt mit feuchten Lagen zurecht | Zier- und Golfrasen |
Das Mischungsverhältnis bestimmt den Charakter. Gebrauchs-, Spiel- und Sportrasen bestehen oft zu mehr als der Hälfte aus Weidelgras. Ein gängiger Sportrasen kombiniert etwa 60 % Weidelgras mit 40 % Rispengras. Zierrasen besteht dagegen überwiegend aus feinen Schwingelarten.
Woran erkennst du gute Rasensamen?
Bezeichnungen wie „Sportrasen“, „robust“ oder „strapazierfähig“ sind nicht geschützt. Jeder Anbieter darf seine Mischung so nennen. Vorgeschrieben ist aber, dass auf der Packung steht, welche Grasarten und Sorten zu welchem Anteil enthalten sind. Dort lohnt der Blick.
Billige Mischungen enthalten oft Futtergräser aus der Landwirtschaft. Sie keimen schnell und wachsen stark, vertragen den regelmäßigen tiefen Schnitt aber schlecht und bilden keine dichte Narbe. Der Rasen wird mit der Zeit lückig, und Unkraut wandert ein.
Achte deshalb auf:
- genaue Sortenangaben statt allgemeiner Begriffe
- Rasensorten von Weidelgras, Rispe und Schwingel, keine Futtersorten
- langsamen, dichten Wuchs – das spart Mäharbeit
- eine Mischung, die zu Standort und Nutzung passt
- ein aufgedrucktes Haltbarkeitsdatum, denn die Keimfähigkeit lässt mit den Jahren nach
Was bedeutet RSM bei Rasensamen?
RSM steht für Regelsaatgutmischung. Diese Mischungen sind kein DIN-Standard, sondern werden von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL) festgelegt und regelmäßig überarbeitet. Gedacht sind sie vor allem für Ausschreibungen im Garten- und Landschaftsbau, sie helfen aber auch privaten Käufern: Steht RSM auf der Packung, sind Zusammensetzung und geeignete Sorten vorgegeben.
| Klasse | Verwendung |
|---|---|
| RSM 1 | Zierrasen |
| RSM 2 | Gebrauchsrasen |
| RSM 3 | Sportrasen |
| RSM 4 | Golfrasen |
| RSM 5 | Parkplatzrasen |
| RSM 6 | Dachbegrünung |
| RSM 7 | Landschaftsrasen |
| RSM 8 | Biotopflächen |
Die Klassen haben Unterklassen. Für den Hausgarten ist RSM 2 am wichtigsten: 2.1 Gebrauchsrasen Standard, 2.2 Gebrauchsrasen für Trockenlagen, 2.3 Spielrasen und 2.4 Kräuterrasen.
Rasensamen richtig ausbringen
Wann ist die beste Zeit?
Rasen keimt erst, wenn der Boden mindestens 10 °C warm ist. Optimal sind 14 bis 24 °C. Das ist meist ab Ende April oder Anfang Mai der Fall und dann wieder im Spätsommer und frühen Herbst, wenn der Boden noch warm ist und es häufiger regnet. Im Hochsommer trocknet die Saat zu leicht aus.
Boden vorbereiten
Bei einer Neuanlage wird der Boden gelockert, von Steinen und Wurzeln befreit, eingeebnet und leicht angedrückt. Die einzelnen Schritte stehen unter Rasen anlegen.
Für eine Nachsaat mähst du den Rasen kurz und vertikutierst ihn. So kommt die Saat an den Boden und liegt nicht auf dem Rasenfilz.
Säen, andrücken, feucht halten
Üblich sind 20 bis 40 g Saatgut je Quadratmeter. Maßgeblich ist die Angabe auf der Packung. Wiege die Menge für deine Fläche vorher ab. Auf größeren Flächen verteilt ein Streuwagen die Saat gleichmäßiger als die Hand. Danach wird die Saat angedrückt oder angewalzt, damit sie Bodenkontakt hat.
Jetzt kommt es auf das Wasser an: Die Fläche darf in den ersten drei bis vier Wochen nie austrocknen. Gieße bei trockenem Wetter täglich, an warmen Tagen mehrmals, mit feiner Brause und in kleinen Mengen. Es sollen keine Pfützen entstehen, sonst schwimmt die Saat weg.
Ein Starterdünger wie der Wolf-Garten Rasen-Starter-Dünger unterstützt die Wurzelbildung. Dünger mit Unkraut- oder Moosvernichter haben auf frisch gesätem Rasen nichts verloren.
Betreten und erster Schnitt
Betritt die Fläche in den ersten Wochen möglichst nicht. Sind die Halme etwa 8 cm hoch, wird zum ersten Mal gemäht – mit scharfem Messer und nicht zu tief. Voll belastbar ist die Fläche erst, wenn sich eine dichte Narbe gebildet hat.
Häufige Fragen
Wie lange brauchen Rasensamen zum Keimen?
Das hängt von der Grasart ab. Weidelgras zeigt sich bei warmem, feuchtem Boden oft schon nach ein bis zwei Wochen, Rispengras braucht deutlich länger, häufig drei bis vier Wochen. Eine Mischung läuft deshalb nicht auf einmal auf. Halte die Fläche so lange feucht, bis auch die langsamen Arten gekeimt sind.
Sollte ich Rasensamen selbst mischen oder nur eine Grasart säen?
Nein. Fertige Mischungen sind so zusammengestellt, dass sich die Arten ergänzen. Greif zu einer Mischung mit genauer Sortenangabe, am besten nach RSM.
Was ist der Unterschied zwischen Nachsaat und Übersaat?
Mit einer Nachsaat schließt du einzelne kahle oder ausgedünnte Stellen. Bei einer Übersaat säst du in die ganze Fläche hinein, um die Narbe vorbeugend zu verdichten.
Warum sind in manchen Rasenmischungen Kräuter?
Kräuterrasen enthält neben Gräsern gezielt blühende Kräuter. Sie bieten Insekten Nahrung und machen die Fläche artenreicher. Das ist gewollt und kein Unkraut. Als Spiel- oder Sportfläche eignet sich ein solcher Rasen weniger.
Wie lange sind Rasensamen haltbar?
Trocken und kühl gelagert bleiben die meisten Mischungen etwa zwei bis vier Jahre brauchbar. Die Keimfähigkeit nimmt mit jedem Jahr ab. Bei älterem Saatgut solltest du etwas dichter säen oder gleich neues kaufen. Ein Rest von der Neuanlage ist ideal, um später Lücken mit derselben Mischung zu schließen.
Muss ich nach der Aussaat düngen?
Sobald der junge Rasen einige Male gemäht wurde, braucht er Nährstoffe. Wie du dabei vorgehst, steht im Ratgeber Rasen richtig düngen.
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