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Rasen nachsäen: wann und wie die Nachsaat gelingt

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Kahle Stellen im Rasen ausbessern - Das sind die besten Tipps für deine Rasenreparatur- & pflege!

Rasen nachsäen schließt kahle und dünne Stellen innerhalb weniger Wochen. Das Vorgehen ist immer gleich: kurz mähen, vertikutieren, Boden lockern, 15–20 g Saatgut je Quadratmeter säen, andrücken und wochenlang feucht halten. Die besten Zeiten für die Nachsaat sind April und Mai sowie Ende August bis September.

Anlässe gibt es genug: Lücken nach dem Winter, verdorrte Flecken nach dem Sommer, abgewetzte Stellen vor dem Fußballtor oder Druckstellen von Gartenmöbeln und Pool.

Wann Rasen nachsäen?

Sobald der Boden mindestens etwa 10 °C warm ist. Am besten gelingt die Nachsaat im April und Mai oder von Ende August bis September: Der Boden ist warm genug, und es regnet meist ausreichend. Im Hochsommer trocknet die Saat zu schnell aus, im Winter keimt sie nicht.

Im Frühjahr passt die Nachsaat direkt hinter das Vertikutieren, also frühestens 10–14 Tage nach der ersten Düngung. Im Herbst vertikutierst du bis Ende September, säst nach und gibst danach den Herbstdünger. Welche Arbeiten sonst in die Jahreszeit passen, steht unter Rasenpflege im Frühjahr und Rasenpflege im Herbst.

Hast du Moos mit einem Eisendünger bekämpft, wartest du zwei bis drei Wochen, harkst oder vertikutierst das abgestorbene Moos heraus und säst dann nach. Nach einem Dünger mit Unkrautvernichter nennt die Gebrauchsanleitung die Wartezeit bis zur Nachsaat.

Welcher Rasensamen eignet sich für die Nachsaat?

Weißt du noch, welche Mischung ursprünglich gesät wurde, nimmst du am besten dieselbe. Meist ist das nicht mehr bekannt. Dann richtest du dich wie bei einer Neuanlage nach Nutzung und Lage:

  • Nutzung: Im Hausgarten kommen vor allem Zierrasen und Gebrauchsrasen in Frage, für stark bespielte Flächen Sportrasen.
  • Lage: Für halbschattige Flächen gibt es eigene Mischungen, siehe Schattensaat.

Eine gute Orientierung sind Regel-Saatgut-Mischungen (RSM). Diese Mischungen folgen festgelegten Rezepturen, wie sie auch für Ausschreibungen und öffentliche Grünflächen verwendet werden. Mehr zur Auswahl steht in unserem Rasensamen-Test; eine spezielle Nachsaat-Mischung haben wir mit der Wolf-Garten LR 25 Turbo-Nachsaat getestet.

Wie viel Saatgut braucht die Nachsaat?

15–20 g je Quadratmeter, also deutlich weniger als die 25–30 g einer Neuanlage. Nennt die Packung eine andere Menge, gilt die Packung. Der Rechner unter dem Text ermittelt aus deiner Fläche, wie viel Saatgut du für Nachsaat oder Neuanlage brauchst.

Was brauchst du für die Nachsaat?

  • Rasenmäher, eventuell Vertikutierer
  • Harke oder Gartenkralle
  • bei schwerem Boden etwas Sand, bei sehr sandigem Boden Tonmehl
  • Starterdünger oder etwas reifen Kompost
  • Gartenwalze oder ein Brett zum Andrücken
  • bei größeren Flächen einen Streuwagen
  • Gießkanne, Gartenschlauch oder Rasensprenger

Rasen nachsäen – Schritt für Schritt

Rasensamen in der Hand vor dem Ausbringen

1. Mähen und vertikutieren

Mähe den Rasen auf zwei bis drei Zentimeter. Danach entfernt der Vertikutierer Moos und Rasenfilz. Harke die Fläche anschließend gründlich ab. Die Samen müssen Kontakt zur Erde bekommen, auf Filz keimen sie schlecht.

2. Boden lockern und verbessern

Ist der Boden an den kahlen Stellen noch fest, lockerst du ihn mit Harke oder Gartenkralle. Schweren Boden kannst du dabei mit Sand durchlässiger machen, in sehr sandigen Boden etwas Tonmehl einarbeiten.

Ein Starterdünger oder etwas Kompost hilft den Keimlingen beim Anwachsen. Ist der Boden bereits gut versorgt, kannst du darauf verzichten – doppelt düngen führt schnell zur Überdüngung. Dünger mit Unkraut- oder Moosvernichter gehören nicht auf frisch gesäte Stellen.

3. Säen

Kleine Stellen säst du von Hand und verteilst die Samen gleichmäßig. Größere Flächen gelingen mit dem Streuwagen oder von Hand, indem du einmal längs und einmal quer streust. Richtwert sind 15–20 g je Quadratmeter, die Angabe auf der Packung geht vor. Säe größere Flächen an einem windstillen Tag, sonst landet das Saatgut im Beet.

4. Andrücken

Kleine Flächen trittst du vorsichtig an, größere drückst du mit Walze oder Brett fest. Du kannst die Samen auch leicht einharken oder hauchdünn mit Rasenerde abdecken. Torf brauchst du dafür nicht, torffreie Erde erfüllt denselben Zweck.

5. Wässern und feucht halten

Gieße gründlich, aber mit weichem Strahl, damit nichts weggespült wird. In den folgenden Wochen dürfen die Stellen nicht austrocknen – das ist der häufigste Grund, warum eine Nachsaat misslingt. Bis die Saat aufgelaufen ist, heißt das: lieber täglich kurz als selten viel. Wie du den Rasen danach gießt, steht unter Rasen bewässern.

6. Schonen und zum ersten Mal mähen

Betritt die nachgesäten Stellen in den ersten ein bis zwei Monaten möglichst nicht. Ist das neue Gras etwa acht bis zehn Zentimeter hoch, mähst du zum ersten Mal – mit scharfen Messern und nicht kürzer als vier bis fünf Zentimeter. Stumpfe Messer reißen die jungen Halme aus, statt sie zu schneiden. Danach pflegst du den Rasen wie gewohnt; mehr dazu unter Rasen mähen.

Wie lange dauert es, bis die Nachsaat keimt?

Ein bis vier Wochen, je nach Grasart und Temperatur. Deutsches Weidelgras, das in vielen Nachsaat-Mischungen den Hauptanteil stellt, zeigt sich bei warmem Boden nach ein bis zwei Wochen. Andere Gräser der Mischung folgen später. Halte die Stellen deshalb weiter feucht, auch wenn schon Grün zu sehen ist.

Nachsaat auf einen Blick

  1. Rasen auf 2–3 cm mähen und vertikutieren
  2. gründlich abharken, Boden lockern, bei Bedarf Sand (schwerer Boden) oder Tonmehl (sandiger Boden) einarbeiten
  3. bei Bedarf Starterdünger oder Kompost geben
  4. 15–20 g Samen je m² mit Streuwagen oder von Hand ausbringen
  5. andrücken oder leicht einharken
  6. vorsichtig gießen und wochenlang feucht halten
  7. ein bis zwei Monate schonen
  8. bei 8–10 cm Wuchshöhe erstmals auf 4–5 cm mähen

Ist die Fläche insgesamt mehr Lücke als Rasen, lohnt sich eher die Neuanlage – siehe Rasen säen und neu anlegen.

Saatgut-Rechner: Wie viel Rasensamen brauche ich?