Organischer Rasendünger
Passende Tests und Produktvorstellungen
Neudorff
Neudorff Azet Rasendünger im Test: geeignet für Gärten mit Hund?
3 von 5- Frühjahr
- Sommer
- NPK 9-3-5
Beckmann
Beckmann IMGARTEN Rasofert – organisch-mineralischer Rasendünger mit Langzeitwirkung
Produktvorstellung
- Frühjahr
- Sommer
Dünnemann
Dünnemann's Biorasendünger mit Langzeitwirkung
Produktvorstellung
- Frühjahr
- Sommer
- reicht für 50 m²
Toolisan
Toolisan Rasendünger: organischer Langzeitdünger im 2,5-kg-Eimer
Produktvorstellung
- Frühjahr
- Sommer
- NPK 10-4-6


















Was ist organischer Rasendünger?
Organischer Rasendünger besteht aus pflanzlichen oder tierischen Stoffen statt aus Düngesalzen. Er wirkt langsam, hält lange vor und fördert das Bodenleben. Dafür musst du nach dem Streuen zwei bis vier Wochen Geduld haben. Dosiert wird auch er nach Packung, und nicht jedes Produkt ist harmlos für Haustiere.
Typische Bestandteile gekaufter Produkte sind Hornmehl, Knochenmehl, getrockneter Dung oder pflanzliche Reststoffe wie Vinasse. Was die Bezeichnung „Bio“ auf dem Sack bedeutet, steht auf der Seite Bio-Rasendünger. Der klassische organische Dünger aus dem eigenen Garten ist Kompost.
Wie wirkt organischer Dünger im Rasen?
Mineralischer Dünger löst sich im Wasser und steht den Gräsern sofort zur Verfügung. Organischer Dünger muss erst von Bodenlebewesen und Mikroorganismen zersetzt werden; erst dann werden die Nährstoffe frei. Das hat drei Folgen:
- Die Wirkung setzt spät ein. Mineralischer Dünger wirkt nach wenigen Tagen bis einer Woche sichtbar, organischer nach zwei bis vier Wochen – je nach Bodenwärme.
- Sie hält lange an. Eine Gabe versorgt den Rasen etwa drei Monate, je nach Produkt.
- Der Rasen wächst gleichmäßig statt in einem Schub. Das ergibt kräftige Halme, die Trockenheit und Belastung besser wegstecken.
Dazu kommt der Nutzen für den Boden: Organisches Material wird zu Humus. Humus lockert den Boden, die Wurzeln dringen leichter ein, und der Boden speichert mehr Wasser. In trockenen Sommern ist das ein echter Vorteil, auch wenn es das Wässern nicht ersetzt.
Vorteile und Nachteile
Vorteile
- lange, gleichmäßige Wirkung
- geringe Gefahr, den Rasen zu verbrennen
- verbessert Bodenstruktur und Bodenleben
- lässt sich als Kompost selbst herstellen
- bei Wärme sicherer als schnell löslicher Mineraldünger, deshalb gut für die Düngung im Sommer
Nachteile
- wirkt erst nach Wochen – nichts für schnelle Ergebnisse
- wirkt bei kaltem Boden kaum
- kann einige Tage riechen, vor allem Produkte mit tierischen Bestandteilen und eigener Kompost
- feines Material staubt beim Ausbringen
- manche Produkte sind für Hunde attraktiv oder sogar gefährlich
Kann man mit organischem Dünger überdüngen?
Die Gefahr ist deutlich kleiner als bei Mineraldünger, weil die Nährstoffe nur nach und nach frei werden. Ausgeschlossen ist es nicht: Was die Gräser nicht aufnehmen, wird ausgewaschen und landet im Grundwasser. Halte dich deshalb auch bei organischem Dünger an die Menge auf der Packung. Wie viel das für deine Fläche ist, zeigt der Rasendünger-Rechner; was bei zu viel Dünger zu tun ist, steht unter Überdüngung.
Ist organischer Rasendünger für Hunde und Kinder unbedenklich?
Nicht automatisch. „Organisch“ heißt nicht „ungiftig“:
- Rizinusschrot ist in manchen organischen Düngern enthalten und für Hunde gefährlich. Sieh in die Zutatenliste, bevor du kaufst.
- Horn-, Knochen- und Blutmehl riechen für Hunde verlockend. Sie fressen dann Dünger samt Erde – das bekommt ihnen nicht.
- Kombiprodukte mit Moos- oder Unkrautvernichter haben eigene Wartezeiten, auch wenn der Düngeranteil organisch ist.
Für einen rein organischen Dünger ohne solche Zusätze gilt: einstreuen, gründlich wässern und die Fläche wieder freigeben, wenn sie abgetrocknet ist. Solange Körner offen liegen, behältst du Kleinkinder und Hunde im Blick. Für Hundehalter gibt es eigens angebotene Produkte wie den Neudorff Azet Rasendünger für Hunde. Mehr zum Thema: Wie gefährlich ist Rasendünger für Hunde?
Wann und wie oft düngen?
Ein Rasen braucht drei Düngungen im Jahr, ein stark genutzter vier – das gilt auch für organischen Dünger. Zwei sind die Untergrenze für wenig genutzten Rasen oder wenn das Schnittgut als Mulch liegen bleibt. Alle Termine auf einen Blick zeigt der Düngeplan.
- Frühjahr: Die erste Gabe kommt zwischen Mitte März und Ende April, sobald der Rasen sichtbar wächst und der Boden etwa 8–10 °C hat. In kälterem Boden arbeiten die Bodenlebewesen kaum. Mehr unter Rasendünger im Frühjahr.
- Frühsommer: die zweite Gabe im Juni, wenn die Wirkung der ersten nachlässt – nie bei Hitze oder Trockenheit. Stark genutzter Rasen bekommt im August eine weitere.
- Herbst: Die letzte Düngung streust du spätestens Ende September, weil die Umsetzung im kühlen Boden nachlässt. Sie sollte kaliumbetont sein; siehe Herbstrasendünger.
Im Winter wird nicht gedüngt. Der Boden ist zu kalt, die Mikroorganismen ruhen.
Auch bei einer Neuanlage ist organischer Dünger sinnvoll: Vor der Aussaat oder vor dem Verlegen von Rollrasen wird er in den Boden eingearbeitet. Mehr dazu unter Rasen anlegen.
Organischen Rasendünger richtig ausbringen
- Mähen, am besten ein bis zwei Tage vorher. Auf kurzem Gras fällt der Dünger bis auf den Boden und bleibt nicht an den Halmen hängen.
- Einen windstillen Tag wählen. Feines Material staubt und reizt die Atemwege.
- Gleichmäßig streuen, am besten mit einem Streuwagen; wie du ihn einstellst, steht unter Streuwagen-Einstellung. Organischer Dünger lässt sich auch von Hand streuen; trag dabei Handschuhe.
- Wässern, wenn kein Regen kommt – etwa 10–15 l/m². Ohne Feuchtigkeit arbeiten die Mikroorganismen nicht. Mehr dazu unter Rasen nach dem Düngen bewässern.
Ist der Rasen verfilzt, wird im Frühjahr erst gedüngt und frühestens 10 bis 14 Tage später vertikutiert, wenn der Rasen kräftig wächst. Im Herbst ist es umgekehrt: erst vertikutieren, dann düngen.
Rein organisch oder organisch-mineralisch?
Rein organische Dünger enthalten keine mineralischen Zusätze. Sie sind die richtige Wahl, wenn dir das Bodenleben wichtiger ist als Tempo.
Organisch-mineralische Dünger mischen einen schnell verfügbaren Anteil bei. Der Rasen reagiert früher, die organische Basis sorgt für die Langzeitwirkung. Das ist sinnvoll, wenn der Rasen sichtbar Mangel leidet. Ein Beispiel aus unseren Tests ist der Profigreen Rasendünger mit Langzeitwirkung.
Gibt es einen Testsieger unter den organischen Rasendüngern?
Einen Testsieger für alle Gärten gibt es nicht: Welcher organische Rasendünger passt, hängt von Flächengröße, Haustieren und Geruchsempfindlichkeit ab. In unseren Praxistests war der Neudorff Azet Testsieger und der organisch-mineralische Profigreen Preis-Leistungs-Sieger. Den Compo Bio Rasendünger stellen wir vor. Die Karten auf dieser Seite zeigen zuerst die Praxistests mit Sternen, danach die Produktvorstellungen ohne Sterne – etwa zum Mannadur Premium oder zum Beckmann Rasofert. Der WOLF-Garten Natura Bio Rasendünger stand in unserem Praxistest 2020.
Hilft organischer Dünger gegen Moos und Unkraut?
Nur indirekt. Organischer Dünger tötet weder Moos noch Unkraut. Er sorgt aber für eine dichte, kräftige Narbe, und in einer dichten Narbe finden beide weniger Platz. Moos und Klee sind oft ein Zeichen für Nährstoffmangel – regelmäßiges Düngen ist deshalb die beste Vorbeugung. Mehr dazu unter Klee im Rasen, Moos im Rasen und Unkraut im Rasen.
Organischen Dünger selbst herstellen
Aus Rasenschnitt, Laub und Gartenabfällen entsteht über Monate Kompost. Er kostet nichts und verwertet, was im Garten ohnehin anfällt. Vor dem Ausbringen wird er gesiebt, damit keine Aststücke auf dem Rasen landen. Grobe Äste und Nussschalen verrotten sehr langsam und gehören nur gehäckselt oder gar nicht auf den Haufen.
Der Aufwand ist nicht klein, und frischer Kompost kann riechen. Auch fein gehäckselter Rasenschnitt düngt, wenn er liegen bleibt – siehe Rasenschnitt mulchen. Wie Kompost gelingt und was sonst noch taugt, steht unter Rasendünger selber machen.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis organischer Rasendünger wirkt?
Zwei bis vier Wochen, je nach Bodenwärme. Die Nährstoffe müssen erst von Bodenlebewesen freigesetzt werden. Dafür hält die Wirkung etwa drei Monate an. Siehe auch Wie lange braucht Rasendünger, um zu wirken?
Wie oft muss ich mit organischem Rasendünger düngen?
Dreimal im Jahr – Frühjahr, Frühsommer, Herbst –, bei stark genutztem Rasen viermal. Richte die Abstände nach der Wirkdauer, die der Hersteller angibt. Mehr dazu: Wie oft Rasendünger?
Ist organischer oder mineralischer Rasendünger besser?
Mineralischer wirkt schneller, organischer nachhaltiger. Wer nur mineralisch düngt, tut nichts für den Humusgehalt und das Bodenleben. Für die meisten Hausgärten ist ein organischer oder organisch-mineralischer Dünger die bessere Grundversorgung.
Kann ich organischen Rasendünger auch für Beete verwenden?
Organischer Dünger eignet sich grundsätzlich auch für andere Pflanzen. Ein Rasendünger ist aber auf Gräser abgestimmt und stickstoffbetont – für Blühpflanzen und Gemüse gibt es passendere Mischungen.



