Rasensamen im Praxistest
Veddelholzer Rasensamen im Test
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Video abspielenDie Veddelholzer Rasensamen haben in unserem Test zwei sehr verschiedene Gesichter gezeigt. Nach vier Wochen standen sie am dichtesten und waren unser Testsieger. Nach fast zwei Jahren hatte sich ihre Teilfläche von den vier verglichenen Mischungen am schlechtesten entwickelt. Wer schnell eine grüne Fläche sehen will, wird zunächst zufrieden sein – für einen Rasen, der ohne Gießen durch den Sommer kommen soll, war die Mischung bei uns nicht die beste Wahl.
Veddelholzer Rasensamen im Praxistest
So haben wir getestet
Wir haben eine neu angelegte Fläche in vier abgesperrte Teilflächen geteilt und auf jeder eine andere Mischung gesät: die Veddelholzer Rasensamen, den WOLF-Garten Sport- und Spielrasen, die Natureflow Premium-Rasensamen und die WOLF-Garten Turbo-Nachsaat. Alle vier wurden mit derselben Streuwagen-Einstellung ausgebracht, angewalzt und in den ersten zwei Wochen etwa dreimal täglich gewässert.
Nach zwei bis vier Wochen: klar vorn
In den ersten Wochen war das Bild eindeutig. Der Veddelholzer lag deutlich vor den anderen und stand am dichtesten. Während der Sport- und Spielrasen von WOLF-Garten noch größere Lücken hatte und Natureflow etwas schwächer aussah, stand die Veddelholzer-Fläche bereits sichtbar dichter. Nach vier Wochen haben wir die Mischung deshalb zum Testsieger erklärt.
Nach fast zwei Jahren: am schlechtesten entwickelt
Im zweiten Jahr haben wir die Fläche nicht mehr gewässert. Schon Anfang Sommer zeigte die Veddelholzer-Fläche trockene Stellen. Nach dem Regen wurde sie wieder grüner, hat sich aber nicht ganz erholt. Im Fazit nach fast zwei Jahren war sie von den vier Mischungen diejenige, die sich am schlechtesten entwickelt hatte – ausgerechnet die Mischung, die als dürreresistent verkauft wird.
Was den Vergleich einschränkt
Die vier Teilflächen lagen nicht völlig gleich. Vor allem bekamen sie unterschiedlich viel Sonne. Hundertprozentig fair ist der Vergleich deshalb nicht, und er gilt für unseren Boden und unseren Standort. Es ist gut möglich, dass die Mischung an einem anderen Platz besser durchhält.
Zusammensetzung und Herstellerangaben
Verkauft wird die Mischung als „Rasensamen dürreresistent für Trockenrasen & Schattenrasen“. Die folgenden Angaben stammen vom Hersteller:
| Angabe | Laut Veddelholzer |
|---|---|
| Packung im Test | 1 kg |
| Reichweite | 35–40 m² je Kilogramm |
| Verwendung | Neuanlage und Nachsaat |
| Eignung | trockene und schattige Lagen, Sport- und Spielrasen, Mähroboter |
| Keimung | „überwiegend schnellkeimend“, keine Angabe in Tagen |
| Erster Schnitt | bei 6–8 cm Halmlänge |
| Herkunftsland | Deutschland |
Welche Grasarten zu welchen Anteilen enthalten sind, nennt der Hersteller in seiner Produktbeschreibung nicht, ebenso wenig einen Hinweis auf eine Regelsaatgutmischung (RSM). Die Zusammensetzung muss aber auf der Packung stehen. Bei Saatgut ändert sie sich oft von Charge zu Charge – maßgeblich ist das Etikett.
Ein Blick darauf lohnt sich, weil er das Testergebnis erklären kann. Deutsches Weidelgras keimt schnell und ist trittfest, braucht aber Licht und regelmäßig Wasser. Rotschwingel gilt als trockenheits- und schattenverträglicher, Wiesen-Rispe bildet Ausläufer und keimt langsam. Eine Mischung, die als „überwiegend schnellkeimend“ beschrieben wird, macht früh einen sehr guten Eindruck. Eine mögliche Erklärung für unser Ergebnis ist, dass genau diese schnellen Gräser im trockenen zweiten Sommer zuerst nachgegeben haben. Belegen können wir das nicht.
Für welchen Rasen eignen sich die Veddelholzer Rasensamen?
Nach unseren Erfahrungen passt die Mischung, wenn eine Fläche schnell grün und dicht werden soll und du sie im Sommer auch wässern kannst. Für Lücken, die rasch zuwachsen sollen, spricht der gute Start ebenfalls für sie.
Weniger überzeugt hat sie uns dort, wofür sie beworben wird: auf einer Fläche, die im Sommer sich selbst überlassen bleibt. Den Schatten haben wir nicht eigens geprüft. Für wirklich schattige Ecken findest du Hinweise unter Schattensaat.
Aussaat: Menge, Zeit und erster Schnitt
| Thema | Wert |
|---|---|
| Neuanlage | 1 kg für 35–40 m² laut Hersteller, das entspricht etwa 25–29 g/m² |
| Nachsaat | keine eigene Herstellerangabe; unser Richtwert sind 15–20 g/m² |
| Saatzeit | April/Mai und Ende August bis September, Boden mindestens etwa 10 °C |
| Erster Schnitt | bei 8–10 cm Wuchshöhe, nicht kürzer als 5 cm (Veddelholzer nennt 6–8 cm) |
Die Saat wird gleichmäßig verteilt, leicht eingeharkt und angedrückt. In den ersten drei bis vier Wochen darf die Fläche nicht austrocknen. Die einzelnen Schritte stehen unter Rasen anlegen und Rasen nachsäen; dort rechnet ein Saatgut-Rechner die Menge für deine Fläche aus.
Stärken und Schwächen
Stärken
- im Test der schnellste und dichteste Start aller vier Mischungen
- nach vier Wochen Testsieger
- laut Hersteller für Neuanlage und Nachsaat geeignet
Schwächen
- im zweiten Jahr ohne Wässern schon Anfang Sommer trockene Stellen
- nach Regen nicht vollständig erholt
- nach fast zwei Jahren die am schlechtesten entwickelte Teilfläche
- keine Angabe der Grasarten in der Produktbeschreibung
Fazit
Die Veddelholzer Rasensamen sind ein gutes Beispiel dafür, dass ein Urteil nach vier Wochen wenig über den Rasen nach zwei Sommern sagt. Der Start war der beste im Test, das Ergebnis auf Dauer das schwächste. Wenn du die Fläche im Sommer wässerst, kann die Rechnung anders ausgehen als bei uns.
Für eine neue Fläche würden wir heute den WOLF-Garten Sport- und Spielrasen nehmen, der langsamer startete und am Ende am besten dastand. Wie die Natureflow Premium-Rasensamen und die WOLF-Garten Turbo-Nachsaat abgeschnitten haben, steht in ihren Testberichten; den ganzen Vergleich findest du im Rasensamen-Test.
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