Zum Inhalt springen
rasenduenger.de

Rasen richtig düngen: Anleitung Schritt für Schritt

Video: Geheimnisse für einen satten Rasen - 5 Fehler die du ab heute unbedingt vermeiden musstVideo abspielen
Geheimnisse für einen satten Rasen - 5 Fehler die du ab heute unbedingt vermeiden musst

Rasen richtig düngen heißt: dreimal im Jahr während der Wachstumszeit – bei stark genutztem Rasen viermal –, mit einem zur Jahreszeit passenden Dünger, in der Menge laut Packung, gleichmäßig verteilt und anschließend eingewässert. Im Frühjahr braucht der Rasen vor allem Stickstoff, im Herbst Kalium. Im Winter und bei Hitze wird nicht gedüngt.

Dichter grüner Rasen nach regelmäßiger Düngung

Warum muss Rasen gedüngt werden?

Rasen hat einen höheren Nährstoffbedarf als die meisten anderen Flächen im Garten. Mit jedem Schnitt nimmst du Blattmasse und damit Nährstoffe von der Fläche. Werden sie nicht ersetzt, wächst das Gras schwächer, die Narbe wird lückig – und in die Lücken wandern Klee, Löwenzahn und Moos ein, die mit weniger Nährstoffen auskommen.

Die drei Hauptnährstoffe sind:

  • Stickstoff (N) für Wachstum und sattes Grün,
  • Phosphor (P) für die Wurzelbildung,
  • Kalium (K) für feste Zellen und Widerstandskraft gegen Frost und Trockenheit.

Dazu kommen Magnesium, Calcium, Schwefel und Spurenelemente wie Eisen, Zink und Kupfer. Was die Zahlen auf der Packung bedeuten, erklärt der Beitrag zur Zusammensetzung von Rasendünger.

Welcher Rasendünger ist der richtige?

Mineralische Dünger liefern die Nährstoffe als Salze. Sie wirken nach wenigen Tagen bis einer Woche und etwa vier bis acht Wochen lang; ein Langzeitdünger hält zwei bis drei Monate. Bei falscher Dosierung verbrennen sie den Rasen leichter.

Organische Dünger bestehen aus pflanzlichen oder tierischen Rohstoffen. Bodenorganismen setzen die Nährstoffe nach und nach frei; die Wirkung setzt nach zwei bis vier Wochen ein, hält etwa drei Monate an, und Verbrennungen sind selten. Mehr dazu unter organische Rasendünger und Bio-Rasendünger.

Organisch-mineralische Dünger verbinden beides: schnelle Anfangswirkung und längere Nachlieferung.

Hundehalter lesen bei organischen Düngern die Zutatenliste, weil manche Rizinusschrot oder Hornmehl enthalten – siehe Wie gefährlich ist Rasendünger für Hunde?

Dünger mit Unkrautvernichter oder Moosvernichter sind Pflanzenschutzmittel mit verbindlicher Gebrauchsanleitung und eigenen Wartezeiten – nichts für die Routinedüngung.

Wenn du unsicher bist, was deinem Boden fehlt, hilft eine Bodenanalyse im Labor. Es genügt, sie alle drei bis vier Jahre zu wiederholen. Einen Überblick über Arten und Nährstoffe gibt die Seite Rasendünger.

Wann und wie oft Rasen düngen?

Üblich sind drei Gaben im Jahr, bei stark genutztem Rasen vier:

Zeitpunkt Dünger Zweck
Mitte März bis Ende April, sobald der Rasen wächst und der Boden etwa 8–10 °C hat Frühjahrsdünger, stickstoffbetont Start nach dem Winter
Juni Langzeit- oder organischer Sommerdünger, stickstoffbetont in maßvoller Menge Wachstum und Belastbarkeit
August maßvolle Nachdüngung nur bei stark genutztem Rasen
September/Oktober Herbstdünger, kaliumbetont Winterhärte

Auf schweren, kalten Böden beginnt das Wachstum später; dort verschiebt sich die erste Gabe entsprechend nach hinten. Die Herbstdüngung ist möglich, solange der Rasen wächst – bei mildem Wetter bis Anfang November. Von Dezember bis Februar wird nicht gedüngt, ebenso wenig bei Hitze und Trockenheit im Sommer.

Zwei Gaben sind die Untergrenze für wenig genutzten Rasen oder wenn das Schnittgut als Mulch liegen bleibt. Über das Jahr braucht ein Gebrauchsrasen 15–20 g Stickstoff je m². Maßgeblich für das einzelne Produkt sind die Abstände auf der Verpackung. Zu häufiges oder zu reichliches Düngen führt zu Überdüngung mit Verbrennungen und macht den Rasen anfälliger für Krankheiten. Mehr zum Zeitpunkt: Ab wann Rasen düngen?, Wie oft Rasen düngen? und der Düngeplan für das ganze Jahr.

Rasen vor dem Düngen vorbereiten

  • Laub und Schnittreste abharken, damit das Granulat den Boden erreicht.
  • Mähen – bei Gebrauchsrasen auf 4–5 cm. Lass dem Rasen danach ein bis zwei Tage Ruhe, bevor du streust. Mehr unter Rasenmähen.
  • Trockene Halme abwarten. Auf nassem Gras klebt mineralischer Dünger an den Blättern und kann sie verbrennen.

Vertikutieren gehört nicht vor jede Düngung. Es ist nur bei Bedarf und höchstens ein- bis zweimal im Jahr sinnvoll. Im Frühjahr wird erst gedüngt und frühestens 10–14 Tage später vertikutiert, damit der Rasen kräftig genug ist, um die Lücken schnell zu schließen. Im Herbst ist es umgekehrt: erst vertikutieren, danach der Herbstdünger.

Rasen richtig düngen: Schritt für Schritt

  1. Fläche ausmessen und Menge bestimmen. Die Dosierung steht auf der Packung. Der Rasendünger-Rechner rechnet sie auf deine Fläche um und zeigt, wie viel reiner Stickstoff das ist – bei schnell löslichem Mineraldünger höchstens etwa 5 g je m² und Gabe. Hintergründe: Wie viel Rasendünger pro m²?
  2. Gleichmäßig ausbringen. Am besten gelingt das mit einem Streuwagen; Einstelltabellen und die Abdrehprobe stehen unter Streuwagen-Einstellung. Fahre Bahn an Bahn, ohne Überlappung, und schließe den Wagen beim Wenden – doppelt gestreute Streifen verbrennen.
  3. Von Hand im Kreuzgang streuen. Ohne Streuwagen teilst du die Menge in zwei Hälften: Die eine verteilst du in Längsrichtung über die ganze Fläche, die andere quer dazu. Trage dabei Handschuhe.
  4. Wege abkehren. Granulat auf Platten und Pflaster zurück auf den Rasen fegen; eisenhaltige Dünger hinterlassen sonst Rostflecken.
  5. Wässern. Kommt kein Regen, bekommt der Rasen nach dem Düngen 10–15 l Wasser je m², damit sich das Granulat löst und die Nährstoffe an die Wurzeln gelangen. Ein Messbecher auf dem Rasen zeigt, wann die Menge erreicht ist – siehe Rasen nach dem Düngen bewässern.
  6. Fläche ruhen lassen. Betreten wird der Rasen wieder, wenn der Dünger eingewässert und das Gras trocken ist. Solange Körner offen liegen, behältst du Kleinkinder und Hunde im Blick. Bei Produkten mit Unkraut- oder Moosvernichter gelten die Wartezeiten und die Angaben zum Wässern auf der Packung.

Flüssigdünger werden mit der Gießkanne oder einem Aufsatz für den Schlauch verteilt und wirken schnell; laut Packung hält das vier bis acht Wochen – mehr unter Flüssigrasendünger.

Die häufigsten Fehler

  • Düngen bei praller Sonne, Hitze oder auf ausgetrocknetem Rasen
  • Dosierung nach Gefühl statt nach Packungsangabe
  • überlappende Streubahnen
  • stickstoffbetonter Dünger im Herbst statt Herbstdünger
  • im Frühjahr vertikutieren, bevor gedüngt ist
  • kalken „auf Verdacht“ – Kalk gehört nur nach einem pH-Test auf den Rasen, siehe Rasen kalken