Rasendünger im Praxistest
Neudorff Azet Rasendünger im Test: geeignet für Gärten mit Hund?
Der Neudorff Azet Rasendünger ist ein organischer NPK-Dünger (9-3-5), den der Hersteller als unbedenklich für Kinder, Hunde und Katzen bezeichnet. Im Praxistest ließ er sich staubarm ausbringen und brachte nach wenigen Tagen kräftigen Wuchs und sattes Grün. Der Geruch ist allerdings intensiv – und gerade deshalb sollten Hundehalter den Dünger gut einwässern, statt sich allein auf „unbedenklich“ zu verlassen.
Für wen ist der Azet Rasendünger geeignet?
Der Dünger ist für Haus- und Kleingärten gedacht. Er passt zu dir, wenn du organisch düngen willst, Kinder oder Haustiere den Rasen nutzen und dich ein paar Tage Düngergeruch nicht stören.
Zusammensetzung laut Hersteller
Neudorff gibt ein Nährstoffverhältnis von 9-3-5 an (Stickstoff, Phosphat, Kalium). Hergestellt wird der Dünger aus:
- pflanzlichen Stoffen
- Fermentationsrückständen pflanzlicher Herkunft
- tierischen Nebenprodukten
- lebenden Mikroorganismen
Dazu kommt „MyccoVital“, ein Mykorrhiza-Pilz. Mykorrhiza-Pilze verbinden sich mit den Wurzeln und können deren Wasser- und Nährstoffaufnahme verbessern. Neudorff verspricht dadurch kräftigere Wurzeln sowie eine sofortige und lang anhaltende Wirkung.
Anwendung und Dosierung
Neudorff empfiehlt zwei bis drei Gaben im Jahr mit jeweils 50 bis 100 g/m². Rechne die Menge für deine Fläche mit dem Rasendünger-Rechner aus oder lies nach, wie viel Rasendünger pro m² üblich ist.
Gedüngt wird in der Wachstumszeit, also im Frühjahr und Sommer. Bei Hitze und Trockenheit wartest du besser ab, im Winter wird nicht gedüngt.
Unsere Erfahrung im Praxistest
Ausbringen: Das Granulat ließ sich leicht von Hand und mit dem Streuwagen verteilen. Für das Streuen von Hand füllst du den Dünger am besten in einen Eimer um. Es staubte nur sehr wenig – ein klarer Vorteil gegenüber manchem anderen Produkt.
Wirkung: Wenige Tage nach der ersten Anwendung wuchs der Rasen deutlich schneller und nahm eine sattgrüne Farbe an. Die Grasnarbe wurde dichter, der Rasen wirkte kräftiger.
Geruch: Der einzige echte Kritikpunkt. Der Dünger riecht intensiv.
Wirkt der Dünger gegen Unkraut?
Nicht direkt. Der Azet Rasendünger enthält keinen Unkrautvernichter. Eine dichte Grasnarbe lässt Unkraut und Moos weniger Raum und bremst deren Neuansiedlung – mehr steckt hinter dem Versprechen nicht. Vorhandenes Unkraut musst du weiterhin ausstechen oder gezielt bekämpfen.
Ist der Neudorff Azet Rasendünger für Hunde wirklich unbedenklich?
Der Hersteller bezeichnet den Dünger als unbedenklich für Kinder, Hunde und Katzen. Giftige Wirkstoffe wie in Düngern mit Unkraut- oder Moosvernichter enthält er nicht, und Wartezeiten wie dort gibt es nicht.
Trotzdem gilt Vorsicht:
- Der Dünger enthält tierische Nebenprodukte und riecht stark. Das macht ihn für viele Hunde attraktiv. Frisst ein Hund größere Mengen, kann das zu Erbrechen und Durchfall führen.
- Wässere deshalb nach dem Streuen gründlich, damit das Granulat in die Grasnarbe gespült wird.
- Lagere den Sack verschlossen und so, dass dein Hund nicht herankommt.
- Rizinusschrot, der in manchen organischen Düngern steckt und für Hunde gefährlich ist, taucht in den uns vorliegenden Herstellerangaben nicht auf. Ein Blick auf das Etikett deiner Packung schadet trotzdem nicht.
Ausführlich behandeln wir das Thema unter Wie gefährlich ist Rasendünger für Hunde?
Stärken und Schwächen
Stärken
- organisch, ohne Unkraut- oder Moosvernichter
- sehr geringe Staubentwicklung
- schnelle sichtbare Wirkung, sattes Grün
- leicht auszubringen
Schwächen
- intensiver Geruch
- für Hunde verlockend, deshalb gut einwässern
- hohe Aufwandmenge von bis zu 100 g/m²
Fazit
Der Neudorff Azet Rasendünger liefert ein gutes Ergebnis und ist für Gärten mit Kindern und Tieren eine vernünftige Wahl – wenn du mit dem Geruch leben kannst und nach dem Streuen wässerst. Es gibt günstigere Dünger; das Preis-Leistungs-Verhältnis halten wir dennoch für gut. Weitere Produkte findest du im Vergleich der organischen Rasendünger.
Häufige Fragen
Ab wann dürfen Kinder und Tiere nach dem Düngen auf den Rasen?
Laut Hersteller sofort. Wir empfehlen, vorher zu wässern, damit kein Granulat mehr offen liegt und weder Kinderhände noch Hundeschnauzen damit in Berührung kommen. Bei mineralischen Düngern solltest du nach dem Wässern noch ein paar Tage warten.
Kann ich den Azet Rasendünger als Herbstdünger verwenden?
Dafür ist er nicht ideal. Der Stickstoffanteil ist im Verhältnis hoch und regt das Wachstum an. Frisch gewachsenes, weiches Gewebe ist empfindlicher gegen Kälte. Im Herbst ist ein kaliumbetonter Dünger besser, weil Kalium das Gewebe festigt – zum Beispiel der Neudorff Azet Herbstrasendünger.
Kann man den Dünger in Wasser auflösen und als Flüssigdünger verwenden?
Theoretisch ja, es dauert aber lange, bis keine Stücke mehr zu sehen sind. Sinnvoll ist es nicht: Der Dünger soll nach und nach im Boden umgesetzt werden. Aufgelöst geht genau diese Langzeitwirkung verloren. Wer flüssig düngen will, greift besser zu einem Flüssigrasendünger.
Wann darf ich nach dem Düngen mähen?
Wässere nach dem Düngen, damit die Nährstoffe in den Boden gelangen. Nach einigen Tagen, spätestens nach einer Woche, kannst du wieder mähen. Schneide nicht zu kurz.
Kann ich düngen, wenn es gerade geregnet hat?
Besser ist es, auf trockenes Gras zu streuen. Nach Regen oder bei Morgentau klebt der Dünger an den Halmen, statt auf den Boden zu fallen. Bei mineralischem Dünger kann das zu Flecken und Verbrennungen an den Blättern führen. Organischer Dünger schadet den Halmen nicht, wirkt so aber schlechter. Mehr dazu unter Wie Rasendünger ausbringen?
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