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Rasen kalken: Wann Rasenkalk hilft und wie viel du brauchst

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Rasen richtig kalken! Zeitpunkt, Menge, Ausbringung und co! Das gibt es zu beachten!

Rasen kalken lohnt sich nur, wenn ein pH-Test zeigt, dass der Boden zu sauer ist. Rasenkalk hebt den pH-Wert an – mehr kann er nicht. Liegt der Wert im Zielbereich von pH 5,5 bis 6,5, wird nicht gekalkt. Die beste Zeit ist der Spätherbst nach der Herbstdüngung oder der Spätwinter, jeweils mit etwa vier Wochen Abstand zum Düngen.

Welchen pH-Wert braucht Rasen?

Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder alkalisch der Boden ist. Der Wert 7 ist neutral, darunter wird es saurer, darüber alkalischer. Rasengräser mögen es schwach sauer, das Ziel liegt bei pH 5,5 bis 6,5:

  • leichter, sandiger Boden: pH 5,5 bis 6,0
  • schwerer, lehmiger oder toniger Boden: pH 6,0 bis 6,5

Liegt der Wert deutlich darunter, können die Gräser die Nährstoffe im Boden schlechter aufnehmen. Dann hilft auch Düngen wenig, denn der Dünger kommt nicht bei der Pflanze an. Ein zu hoher pH-Wert schadet ebenfalls. Deshalb gilt: erst messen, dann kalken – und im Zielbereich gar nicht.

pH-Skala von sauer über neutral bis alkalisch

Wann hilft Rasenkalk – und wann nicht?

Böden versauern schleichend, unter anderem durch Regen, der Kalk auswäscht, und durch stickstoffreiche Dünger. In zu saurem Boden wächst der Rasen schwächer, Moos und einige Unkräuter haben es leichter. Rasenkalk hebt den pH-Wert wieder an und macht die Nährstoffe verfügbar. Ob dein Boden zu sauer ist, zeigt nur die Messung.

So misst du den pH-Wert

Nimm an mehreren Stellen des Rasens kleine Proben aus fünf bis zehn Zentimetern Tiefe und mische sie. Mit etwas destilliertem Wasser angerührt, lässt sich die Probe zu Hause mit einem Testset prüfen, zum Beispiel mit dem Neudorff pH-Bodentest. Genauer ist die Analyse in einem Bodenlabor.

Rasenkalk gegen Moos – hilft das?

Nur, wenn saurer Boden die Ursache ist. Kalk tötet Moos nicht ab. Moos wächst auch im Schatten, auf verdichtetem oder nassem Boden und bei Nährstoffmangel – dort ändert Kalk nichts. Pflanzen wie Sauerampfer oder Hahnenfuß können auf sauren Boden hindeuten, sind aber nur ein Hinweis. Welche Ursachen infrage kommen und was jeweils hilft, steht auf der Seite Moos im Rasen.

Wie viel Rasenkalk pro Quadratmeter?

Die Menge richtet sich nach dem gemessenen pH-Wert. Als grobe Richtwerte für kohlensauren Kalk gelten:

gemessener pH-Wert Kalkmenge je m²
im Zielbereich (Sandboden 5,5 bis 6,0, Lehmboden 6,0 bis 6,5) nicht kalken
5,0 bis 5,5 etwa 100 g
unter 5,0 etwa 200 g
unter 5,0 auf schwerem Boden bis 250 g

Die Produkte unterscheiden sich im Kalkgehalt. Maßgeblich ist deshalb die Dosierung auf der Packung. Miss nach einem Jahr neu, bevor du ein weiteres Mal kalkst – mehr auf einmal zu streuen, bringt den Boden nicht schneller ins Lot.

Wann den Rasen kalken?

Es gibt zwei gute Zeitfenster:

  • Spätherbst, nach der Herbstdüngung
  • Spätwinter, von Februar bis Anfang März, vor der ersten Düngung des Jahres

In beiden Fällen ruht der Rasen weitgehend, und der Kalk hat Zeit, mit Regen und Bodenfeuchte in den Boden zu gelangen. Wähle einen frostfreien, trockenen und windstillen Tag.

Rasen kalken – Schritt für Schritt

Rasenkalk wird auf der Rasenfläche ausgebracht
  1. Fläche frei machen: Laub und Pflanzenreste abharken, damit der Kalk an den Boden gelangt. Vertikutieren ist dafür nicht nötig.
  2. Den richtigen Kalk wählen: kohlensauren Kalk (Calciumcarbonat), wie er als Rasenkalk verkauft wird. Branntkalk und Löschkalk sind ätzend, gefährlich für Haut und Augen und schädigen Bodenleben und Gräser – sie gehören nicht auf den Rasen.
  3. Gleichmäßig streuen, am besten mit einem Streuwagen in geraden Bahnen; wie du ihn auf die gewünschte Menge bringst, steht unter Streuwagen-Einstellung. Trage Handschuhe und streue nicht bei Wind, damit du den Staub nicht einatmest.
  4. Wässern, wenn kein Regen kommt, damit der Kalk in den Boden gelangt. Bis dahin sollten Kinder und Haustiere nicht auf der Fläche spielen.

Rasen kalken und düngen – in welcher Reihenfolge?

Nicht gleichzeitig. Zwischen Kalken und Düngen sollten etwa vier Wochen liegen. Treffen Kalk und stickstoffhaltiger Dünger direkt aufeinander, geht ein Teil des Stickstoffs verloren. Prüfe außerdem, ob dein Dünger selbst schon Kalk enthält – zu viel Kalk schadet ebenfalls.

Praktisch gibt es zwei Wege:

  • Im Herbst: erst der kaliumbetonte Herbstrasendünger im September oder Oktober, etwa vier Wochen später der Kalk.
  • Im Spätwinter: im Februar oder Anfang März kalken, etwa vier Wochen später folgt die erste Düngung. Wann sie fällig ist, steht beim Frühjahrs-Rasendünger.

Wie sich das Kalken in das ganze Jahr einfügt, zeigt der Düngeplan; die Düngermenge für deine Fläche liefert der Rasendünger-Rechner.

Wie oft muss man den Rasen kalken?

Nur bei Bedarf. Nach einer Kalkung misst du nach einem Jahr neu; liegt der Wert dann im Zielbereich, genügt es, alle paar Jahre nachzumessen. Ist der Boden verdichtet und der Rasen deshalb vermoost, hilft Kalk nicht weiter – dann sind Aerifizieren und regelmäßiges Sanden (Topdressing) die besseren Mittel.