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Pilze im Rasen: harmlose Hutpilze oder Rasenkrankheit?

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8 Tipps gegen Pilze im Rasen - So wirst du sie ganz einfach los!

Pilze im Rasen sind meist kein Grund zur Sorge. Stehen einzelne Hutpilze auf der Fläche, schaden sie den Gräsern in aller Regel nicht – du kannst sie absammeln oder abmähen. Etwas anderes sind Flecken, Beläge oder verfärbte Halme: Dahinter steckt oft eine Rasenkrankheit durch Schadpilze. Sie lässt sich fast immer über die Pflege in den Griff bekommen, vor allem über die richtige Düngung.

Pilze im Rasen bestimmen: Welcher Fall liegt vor?

Für das weitere Vorgehen genügt eine grobe Einordnung:

  • Du siehst Pilze mit Stiel und Hut, einzeln, in Gruppen oder im Kreis. Das sind die Fruchtkörper von Bodenpilzen. Sie leben von abgestorbenem Material im Boden, nicht vom Gras.
  • Du siehst keine Pilze, sondern kranken Rasen: runde oder unregelmäßige Flecken, einen weißlichen, rosa oder orangefarbenen Belag, strohfarbene Halme. Dann hat ein Schadpilz die Gräser selbst befallen.

Welche Art genau auf deinem Rasen steht, lässt sich aus der Ferne nicht sicher sagen – auch nicht anhand von Bildern. Für die Rasenpflege ist das auch nicht nötig. Nötig wird die sichere Bestimmung erst, wenn jemand einen Pilz essen will, und davon raten wir ohne geprüfte Pilzkenntnis grundsätzlich ab.

Hutpilze im Rasen: Ursachen und was tun

Hutpilze erscheinen vor allem bei feuchtwarmem Wetter, oft im Spätsommer und Herbst nach Regen. Das eigentliche Pilzgeflecht lebt das ganze Jahr im Boden und zersetzt dort organisches Material. Typische Ursachen:

  • Anhaltende Feuchte durch Regen, häufiges Gießen oder schlecht abtrocknende, schattige Lagen
  • Rasenfilz, also eine dicke Schicht aus abgestorbenen Halmen und Schnittresten
  • Altes Holz im Boden: Wurzeln gefällter Bäume, Stubben, vergrabene Bretter oder Rindenreste
  • Frisch angelegter Rasen. Auf neuen Flächen und auf Rollrasen treten Pilze häufig für einige Wochen auf und verschwinden dann von selbst.

Dass das Geflecht organisches Material abbaut, ist für den Boden sogar nützlich. Handeln musst du nur, wenn dich die Pilze stören oder Kinder und Haustiere im Garten spielen.

So gehst du vor:

  1. Absammeln oder abmähen, am besten bevor sich die Hüte öffnen und Sporen verteilen. Die Fruchtkörper kommen in den Restmüll, nicht auf den Kompost.
  2. Seltener und dafür durchdringend wässern – ein- bis zweimal pro Woche, früh am Morgen, damit der Rasen tagsüber abtrocknet.
  3. Filz entfernen durch Vertikutieren und den Boden durch Aerifizieren belüften.
  4. Holzreste ausgraben, wenn die Pilze immer an derselben Stelle erscheinen.

Das Geflecht im Boden erreichst du mit dem Absammeln nicht. Die Pilze können also wiederkommen, solange Nahrung und Feuchtigkeit vorhanden sind.

Sind Pilze im Rasen giftig für Kinder und Haustiere?

Unter den Pilzen, die im Rasen wachsen, gibt es giftige Arten. Behandle deshalb jeden unbekannten Pilz als ungenießbar. Kein Pilz aus dem Rasen gehört in den Mund oder in die Küche. Wenn kleine Kinder oder Hunde im Garten sind, sammelst du die Pilze im Zweifel regelmäßig ab – mit Handschuhen oder einer Tüte. Hat ein Kind oder ein Tier einen Pilz gegessen, wende dich sofort an den Giftnotruf beziehungsweise an die Tierarztpraxis und hebe Reste des Pilzes auf.

Was sind Hexenringe?

Bei einem Hexenring wächst das Pilzgeflecht von einem Punkt aus gleichmäßig nach außen. Sichtbar wird das als Ring oder Bogen, der Jahr für Jahr größer wird. Je nach Pilzart zeigt er sich unterschiedlich: als Kreis aus Hutpilzen, als Streifen mit auffallend dunkelgrünem Gras oder als Ring, in dem das Gras vertrocknet.

Das dunkle Grün entsteht, weil der Pilz beim Abbau organischer Stoffe Stickstoff freisetzt. Abgestorbenes Gras hat meist einen anderen Grund: Das dichte Geflecht macht den Boden wasserabweisend, und die Gräser verdursten.

Was hilft:

  • Den Ring tief durchstechen. Stich mit der Grabegabel im Ring und etwas darüber hinaus dicht an dicht tief ein und bewege die Gabel leicht, damit das Geflecht aufreißt. Reinige die Gabel danach, damit du den Pilz nicht verschleppst.
  • Gründlich wässern, damit das Wasser wieder in den Boden eindringt. Das wiederholst du über mehrere Wochen.
  • Ausgewogen düngen. Ist der übrige Rasen gut versorgt, fällt der dunkelgrüne Streifen weniger auf.

Hexenringe sind hartnäckig; rechne mit mehreren Durchgängen. In schweren Fällen bleibt nur, den Boden großzügig auszutauschen.

Rasenkrankheiten durch Schadpilze erkennen

Die Erreger dieser Krankheiten sind fast überall vorhanden. Ob sie ausbrechen, entscheiden Wetter und Pflege. Die Beschreibungen in der Tabelle sind typische Bilder; im Einzelfall können sie abweichen.

Krankheit Woran du sie meist erkennst Wann sie typischerweise auftritt Was sie begünstigt
Schneeschimmel runde, graubraune, wie verklebt wirkende Flecken; bei Feuchte am Rand oft weißlich-rosa Geflecht Herbst bis Frühjahr bei kühler, nasser Witterung – auch ganz ohne Schnee späte stickstoffreiche Düngung, liegen gebliebenes Laub, zu langes Gras im Winter, Filz
Rotspitzigkeit unregelmäßige, strohfarbene Flecken; an den Halmspitzen rötliche bis rosa Fäden meist Sommer bis Herbst bei feuchter Witterung Stickstoffmangel
Dollarflecken kleine, runde, scharf begrenzte helle Flecken, etwa so groß wie eine Münze warme Tage mit kühlen, taureichen Nächten Nährstoffmangel, trockener Boden bei nassen Halmen, sehr tiefer Schnitt
Rost gelbe bis orangebraune Pusteln auf den Halmen; der Staub färbt Schuhe und Hosenbeine Spätsommer und Herbst schwaches Wachstum durch Nährstoffmangel oder Trockenheit
Echter Mehltau weißer, mehliger Belag auf den Halmen Frühjahr bis Herbst, vor allem in schattigen Lagen Schatten, stehende Luft, sehr üppiges, weiches Wachstum

Was hat die Düngung mit Rasenkrankheiten zu tun?

Sehr viel – in beide Richtungen.

Zu wenig Stickstoff macht den Rasen anfällig für Rotspitzigkeit, Rost und Dollarflecken. Hier ist die Düngung zugleich die Behandlung: Nach einer bedarfsgerechten Stickstoffgabe wächst der Rasen die Krankheit in der Regel innerhalb einiger Wochen heraus. Regelmäßiges Mähen entfernt die befallenen Halmspitzen. Wie du das Jahr über düngst, steht unter Rasen richtig düngen.

Zu viel Stickstoff zur falschen Zeit fördert den Schneeschimmel. Gräser, die im Spätherbst noch weich und üppig wachsen, gehen geschwächt in den Winter. Im Herbst bekommt der Rasen deshalb einen kaliumbetonten Herbstrasendünger mit wenig Stickstoff, ausgebracht im September oder Oktober, solange der Rasen wächst. Von Dezember bis Februar wird nicht gedüngt.

Schneeschimmel sieht im Frühjahr oft schlimmer aus, als er ist. Meist sind nur die Blätter betroffen. Harke die verklebten Stellen locker aus, damit Luft herankommt, und warte die erste Düngung ab. Stellen, die bis zum späten Frühjahr kahl bleiben, säst du nach. Den Ablauf beschreibt die Seite Rasenpflege nach dem Winter.

Pilzen im Rasen vorbeugen

  • Ausgewogen düngen: drei Düngungen im Jahr, im Herbst kaliumbetont.
  • Morgens wässern, ein- bis zweimal pro Woche durchdringend mit 15–20 l/m². Abendliches Gießen hält die Halme die ganze Nacht nass – ideale Bedingungen für Pilze. Mehr dazu unter Rasen nach dem Düngen bewässern.
  • Filz entfernen und verdichteten Boden belüften.
  • Laub zügig abrechen und den Rasen nicht zu lang in den Winter schicken. Tipps dazu unter Rasenpflege im Herbst.
  • Mit scharfen Messern mähen. Ausgefranste Schnittflächen sind Eintrittspforten für Erreger.

Fungizide im Hausgarten?

Mittel gegen Pilzkrankheiten sind Pflanzenschutzmittel. Du darfst sie nur einsetzen, wenn sie ausdrücklich für Rasen im Haus- und Kleingarten und gegen die jeweilige Krankheit zugelassen sind; das steht auf der Packung, ebenso wie die verbindlichen Anwendungsvorschriften.

Wir raten zur Zurückhaltung. Ein Fungizid ändert nichts an den Bedingungen, die die Krankheit ausgelöst haben. Stimmen Düngung, Bewässerung und Belüftung, erholt sich der Rasen meist von allein – und stimmen sie nicht, kommt die Krankheit trotz Spritzung wieder.

Häufige Fragen

Soll man Pilze im Rasen entfernen?

Für den Rasen ist es nicht nötig. Sinnvoll ist es, wenn Kinder oder Haustiere im Garten sind oder die Pilze dich stören. Sammle sie ab, bevor sich die Hüte öffnen, und gib sie in den Restmüll.

Warum wachsen plötzlich Pilze im Rasen?

Das Geflecht war schon vorher im Boden. Fruchtkörper bildet es, sobald es feucht und warm genug ist – deshalb erscheinen die Pilze oft über Nacht nach Regen.

Hilft Kalk gegen Pilze im Rasen?

Nein, als Mittel gegen Pilze taugt Kalk nicht. Gekalkt wird nur, wenn ein pH-Test zu sauren Boden zeigt. Alles dazu unter Rasen kalken.

Kann man den Rasen mähen, wenn Pilze darauf wachsen?

Ja. Hutpilze kannst du einfach mitmähen; fang das Schnittgut dabei auf. Bei einer Rasenkrankheit mähst du die befallene Fläche zuletzt und reinigst den Mäher danach, damit du die Sporen nicht über den ganzen Rasen verteilst.

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