Zum Inhalt springen
rasenduenger.de

Zusammensetzung von Rasendünger: Was NPK und Co. bedeuten

Video: Welche Nährstoffe sind wichtig? - Rasendünger im FrühjahrVideo abspielen
Welche Nährstoffe sind wichtig? - Rasendünger im Frühjahr

Die Zusammensetzung von Rasendünger besteht im Kern aus drei Hauptnährstoffen: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Ihr Anteil steht als NPK-Angabe auf jeder Packung. Dazu kommen je nach Produkt Magnesium, Schwefel, Calcium und Spurenelemente wie Eisen. Für Rasen gilt: viel Stickstoff, wenig Phosphor, im Herbst mehr Kalium.

Was bedeuten die NPK-Zahlen auf der Packung?

Die drei Zahlen geben den Gehalt der Hauptnährstoffe in Prozent an, immer in der Reihenfolge Stickstoff – Phosphor – Kalium. Phosphor und Kalium werden dabei als Phosphat und Kaliumoxid angegeben: Ein Dünger mit „NPK 20-5-8“ enthält also 20 % Stickstoff, 5 % Phosphat und 8 % Kaliumoxid. Weitere Zahlen in Klammern stehen für Zusätze wie Magnesium und Schwefel.

Aus der ersten Zahl lässt sich ausrechnen, wie viel Dünger dein Rasen braucht – wie das geht, steht unter Wie viel Rasendünger pro m²? oder direkt im Rasendünger-Rechner, der aus dem NPK-Wert den reinen Stickstoff je m² berechnet. Mehr zum Düngertyp: NPK-Dünger.

Welche Nährstoffe stecken in Rasendünger?

Nährstoff Aufgabe im Rasen
Stickstoff (N) Wachstum, dichte Narbe, sattes Grün
Phosphor (P) Wurzelbildung, Energiestoffwechsel
Kalium (K) feste Zellen, Widerstandskraft gegen Frost, Trockenheit und Krankheiten
Magnesium (Mg) Baustein des Blattgrüns
Eisen (Fe) Bildung von Blattgrün; nur in Spuren nötig
Calcium, Schwefel, Zink, Kupfer weitere Nähr- und Spurenelemente in kleinen Mengen

Stickstoff ist der wichtigste Nährstoff für Rasen, weil mit jedem Schnitt stickstoffreiche Blattmasse entfernt wird. Zu viel davon macht die Gräser allerdings weich und anfällig – vor allem spät im Jahr.

Phosphor braucht ein eingewachsener Rasen nur wenig. Wichtiger ist er bei der Neuanlage, wenn die Gräser Wurzeln bilden; deshalb enthalten Starterdünger mehr davon.

Kalium sollte in jedem Rasendünger enthalten sein. Besonders hoch ist der Anteil in Herbstdüngern und speziellen Kaliumdüngern, weil er die Gräser auf den Winter vorbereitet.

Eisen ist ein Spurenelement. In normalen Rasendüngern sorgt ein kleiner Zusatz für kräftigeres Grün. Ein Schutz gegen Unkraut ist Eisen nicht. Gegen Moos wirkt es nur in hoher Dosierung als Eisen-II-Sulfat – ein Stoff mit eigenen Risiken für Haut, Augen und Haustiere, siehe Eisendünger für den Rasen.

Wie viel von jedem Nährstoff braucht der Rasen?

Der Bedarf hängt von der Nutzung ab. Als Richtwert für Stickstoff gelten pro Quadratmeter und Jahr:

  • wenig genutzter Rasen: 10–15 g
  • Gebrauchsrasen: 15–20 g
  • stark genutzter Spiel- und Sportrasen: 20–25 g

Verteilt wird das auf drei Gaben im Jahr, bei stark genutztem Rasen auf vier. Je Gabe sind es bei schnell löslichem Mineraldünger höchstens etwa 5 g Stickstoff je m².

Phosphor und Kalium braucht der Rasen in kleineren Mengen als Stickstoff, Magnesium nur wenige Gramm, Eisen und andere Spurenelemente lediglich in Spuren. Ein guter Rasendünger bildet dieses Verhältnis bereits ab; du musst die Nährstoffe nicht einzeln zusammenstellen. Was dem Boden tatsächlich fehlt, zeigt eine Bodenanalyse im Labor.

Mineralisch, organisch oder beides?

Mineralische Dünger enthalten die Nährstoffe als wasserlösliche Salze. Sie wirken nach wenigen Tagen bis einer Woche und lassen sich genau dosieren, verbrennen den Rasen bei Überdosierung aber leicht.

Organische Dünger bestehen aus pflanzlichen und tierischen Rohstoffen, zum Beispiel Hornmehl, Federmehl oder Rückständen aus der Lebensmittelverarbeitung. Die Nährstoffe werden erst durch Bodenorganismen freigesetzt; die Wirkung setzt nach zwei bis vier Wochen ein und hält etwa drei Monate. Die NPK-Zahlen sind niedriger, die Streumenge entsprechend größer.

Organisch-mineralische Dünger kombinieren beide Quellen: schnelle Anfangswirkung plus längere Nachlieferung.

Hundehalter prüfen bei organischen Düngern die Zutatenliste auf Rizinusschrot – mehr unter Wie gefährlich ist Rasendünger für Hunde?

Was macht einen Langzeitdünger aus?

Bei Langzeitdüngern ist ein Teil des Stickstoffs so gebunden oder umhüllt, dass er über zwei bis drei Monate nach und nach frei wird; einzelne Hersteller nennen mehr. Das verringert die Gefahr von Verbrennungen und erspart häufiges Nachdüngen. Auf der Deklaration erkennst du das an Angaben wie „Langzeitstickstoff“ oder an den genannten Stickstoffformen.

Zusammensetzung von Rasendünger nach Jahreszeit

  • Frühjahr: stickstoffbetont für den Wachstumsstart
  • Sommer: Stickstoff-Schwerpunkt in maßvoller Menge, als Langzeit- oder organischer Dünger
  • Herbst: wenig Stickstoff, viel Kalium

Von Dezember bis Februar wird nicht gedüngt. „Winterdünger“ ist nichts anderes als eine späte, kaliumbetonte Herbstgabe – siehe Rasendünger im Winter. Wann welche Gabe ansteht, zeigt der Düngeplan.

Zusätze: Unkrautvernichter, Moosvernichter, Kalk

Manche Rasendünger enthalten mehr als Nährstoffe:

  • Unkrautvernichter: Herbizide gegen Klee, Löwenzahn und andere zweikeimblättrige Unkräuter. Die Wartezeiten für Kinder und Haustiere stehen auf der Packung.
  • Moosvernichter: meist Eisen-II-Sulfat, das Haut und Augen reizt, verschluckt gesundheitsschädlich und für Haustiere giftig ist und Rostflecken auf Stein hinterlässt.
  • Kalk: sinnvoll nur, wenn ein pH-Test zu sauren Boden zeigt – siehe Rasen kalken.

Dünger mit Unkraut- oder Moosvernichter sind Pflanzenschutzmittel; die Gebrauchsanleitung ist verbindlich. Für die Routinedüngung sind Kombiprodukte nichts. Setze sie nur ein, wenn du das jeweilige Problem tatsächlich hast.

Sattgrüner Rasen nach der Düngung

Granulat oder flüssig?

Die meisten Rasendünger sind Granulate, die du mit dem Streuwagen verteilst. Flüssigdünger enthalten dieselben Nährstoffe in gelöster Form, wirken schnell und laut Packung vier bis acht Wochen und eignen sich eher für kleine Flächen. Wie du Dünger ausbringst, steht unter Rasen richtig düngen; den Überblick über alle Düngerarten gibt die Seite Rasendünger.