Rasendünger im Praxistest
Patentkali für den Rasen im Praxistest
- Hersteller
- K+S
- Reichweite
- 350 m² je Packung
- Passt im
Video abspielenPatentkali ist kein Rasen-Spezialdünger, sondern ein Kaliumdünger mit Magnesium und Schwefel, der eigentlich für Landwirtschaft und Gehölze mit hohem Kaliumbedarf gedacht ist. Für den Rasen im Herbst taugt er als gezielter Kalium-Schub. In unserem Herbstvergleich hatte er mit 30 % den mit Abstand höchsten Kaliumanteil – und war der Dünger, bei dem die Dosierung am meisten Aufmerksamkeit braucht.
Im Praxistest
In unserem Herbstdünger-Vergleich haben wir Patentkali neben dem Compo Herbst-Rasen-Langzeitdünger und dem Dehner Bio Herbst-Rasendünger ausgebracht.
| Dünger | Kaliumanteil | Reichweite | Menge je m² |
|---|---|---|---|
| Patentkali | 30 % | 25 kg für etwa 350 m² | 70 g |
| Compo Herbst-Rasen-Langzeitdünger | 14 % | 10 kg für 500 m² | 20–30 g |
| Dehner Bio Herbst-Rasendünger | 10 % | 10 kg für etwa 200 m² | 50 g |
Was wir festgehalten haben:
- Patentkali ließ sich mit dem Streuer gut ausbringen, wie die beiden anderen auch.
- Beim Einfüllen staubt er. Der Dehner Bio tut das nicht.
- Unsere Einschätzung: geeignet, wenn der Rasen einen Kalium-Schub bekommen soll, aber eigentlich nicht für Rasen gedacht. Die beste Flächenleistung hatte der Compo, die ökologische Empfehlung war der Dehner Bio.
Wie die drei Dünger auf dem Rasen im Vergleich gewirkt haben, haben wir nicht ausgewertet.
Zusammensetzung und Herstellerangaben
| Angabe laut Hersteller | Wert |
|---|---|
| Düngertyp | mineralisch, Kaliumsulfat mit Magnesium (Kalimagnesia) |
| Kalium | 30 % K₂O, wasserlöslich |
| Magnesium | 10 % MgO, wasserlöslich |
| Schwefel | 44 % SO₃, das entspricht 17,6 % Schwefel |
| Stickstoff, Phosphat | keine |
| Chlorid | höchstens 3 % |
| Zulassung | für den ökologischen Landbau zugelassen |
Die Nährstoffe liegen laut K+S in sulfatischer Form vor, sind wasserlöslich und damit sofort verfügbar. Der Dünger wirkt nach Herstellerangabe unabhängig vom pH-Wert des Bodens.
Was heißt das für den Rasen?
- Kalium festigt das Gewebe der Gräser und reguliert ihren Wasserhaushalt. Das macht sie unempfindlicher gegen Frost und Trockenheit – der Grund, warum Herbstdünger kaliumbetont sind.
- Magnesium brauchen die Halme für das Blattgrün.
- Chloridarm: Billigere Kalidünger enthalten Kaliumchlorid. Das sulfatische Patentkali belastet Boden und salzempfindliche Pflanzen weniger – für Rasen ist das ein Vorteil, aber kein Muss.
- Kein Stickstoff: Patentkali lässt den Rasen nicht wachsen und nicht grüner werden. Als alleiniger Dünger übers Jahr reicht es nicht.
Für wen und wann?
Patentkali ist sinnvoll, wenn
- eine Bodenanalyse Kaliummangel zeigt,
- du auf leichtem Sandboden gärtnerst, aus dem Kalium schnell ausgewaschen wird,
- oder du im Frühjahr und Sommer ohnehin stickstoffbetont gedüngt hast und im Herbst nur noch Kalium ergänzen willst.
Für alle anderen ist ein fertiger Herbstrasendünger die einfachere Wahl: Er bringt Kalium mit, dazu wenig Stickstoff für die Farbe, und ist auf Rasen dosiert.
Gestreut wird von September bis Oktober, solange der Rasen wächst und der Boden über etwa 5 °C hat, bei mildem Wetter bis Anfang November. Vertikutieren kommt vorher. Für den Sommer ist ein reiner Kaliumdünger nicht das Richtige. Mehr zur Jahreszeit steht unter Rasenpflege im Herbst.
Dosierung von Patentkali auf dem Rasen
In unserem Vergleich haben wir 70 g/m² ausgebracht; damit reicht der 25-kg-Sack für etwa 350 m². Auf Gartenpackungen von Patentkali stehen als Spanne 30–70 g/m² im Frühjahr und Herbst, für Rasenflächen 70 g/m² – verbunden mit dem Hinweis, nur bei tatsächlichem Bedarf zu düngen.
70 g/m² sind also die Obergrenze, kein Standard. Das sind 21 g Kaliumoxid je Quadratmeter, viel für eine einzelne Gabe. Enthalten deine übrigen Dünger schon Kalium, kommst du mit 30–40 g/m² aus. Mehr hilft nicht mehr: Was die Gräser nicht aufnehmen, wird auf leichtem Boden ausgewaschen, und ein Überschuss an Kalium erschwert die Aufnahme von Magnesium und Calcium.
So gehst du vor:
- Rasen mähen, bei Bedarf vorher vertikutieren.
- Mit dem Streuwagen in geraden Bahnen streuen, von Hand in zwei Durchgängen längs und quer.
- Danach wässern, wenn kein Regen kommt – 10–15 l/m². Patentkali ist ein Salz; bleibt es auf trockenen Halmen liegen, kann es sie schädigen.
Die Menge für deine Fläche rechnest du im Rasendünger-Rechner aus, Streuerwerte findest du unter Streuwagen-Einstellung.
Worauf musst du achten?
- Staub: Beim Einfüllen staubt der Dünger. Befülle den Streuer im Freien und nicht auf dem Rasen.
- Haut und Augen: Trag Handschuhe, denn granulierte Dünger können die Haut reizen. Der Hersteller empfiehlt zusätzlich eine Schutzbrille.
- Kinder und Haustiere: Den Sack verschlossen und unerreichbar lagern. Die Fläche ist wieder frei, wenn das Granulat eingewässert und der Rasen abgetrocknet ist.
- Flecken: Eisen enthält Patentkali nicht, Rostflecken auf Platten sind deshalb nicht zu erwarten. Abkehren solltest du verstreute Körner trotzdem.
- Lagerung: Trocken lagern, sonst verklumpt das Granulat.
Stärken und Schwächen
Stärken
- höchster Kaliumanteil in unserem Herbstvergleich
- chloridarm, mit Magnesium und Schwefel
- sofort verfügbar, wirkt unabhängig vom pH-Wert
- mit dem Streuer gut auszubringen
- der Rest lässt sich im Gemüsegarten und an Gehölzen verwenden
Schwächen
- kein Rasendünger: ohne Stickstoff, nicht auf Rasen abgestimmt
- hohe Aufwandmenge, geringere Flächenleistung als der Compo
- staubt beim Einfüllen
- 25-kg-Sack für kleine Gärten unhandlich
Fazit
Patentkali ist ein Spezialist: richtig, wenn dem Rasen im Herbst vor allem Kalium fehlt, und für alles andere zu einseitig. Dosiere eher zurückhaltend und wässere ein.
Wer es bequemer haben will, nimmt aus unserem Herbstvergleich den Compo Herbst-Rasen-Langzeitdünger oder, organisch, den Dehner Bio Herbst-Rasendünger. Den ganzen Vergleich findest du unter Herbstdünger für den Rasen, Grundlagen zum Nährstoff unter Kaliumdünger.
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